Mittwoch, 17. Juni 2015

Was ist anders an diesem Blog?

Ich habe selbst lange Zeit als absolut überzeugte Homöopathin gearbeitet und hätte jeden in der Luft zerrissen, der sich schlecht über diese Methode geäußert hätte. Ich habe auch mich selbst und meine Kinder homöopathisch behandelt. Ich hätte schwören können, dass die Homöopathie wirkt!

Ich habe also angefangen, ein Buch zu schreiben, das allen Kritikern mal so richtig zeigen sollte, was die Homöopathie kann! Ich habe also die kritischen Blogs gelesen, Wissenschaftler gesprochen, den "Organon" von Hahnemann im Original gelesen und gelernt, wie man Studien liest und interpretiert, ja, auch, was der aktuelle Goldstandard einer medizinischen Studie ist und warum es wichtig ist, einen solchen zu haben. Das hat über ein Jahr gedauert.

Und je mehr ich gelesen, gehört und erkannt habe, umso mehr schwand meine Überzeugung von der Homöopathie. Auch mein Buch hat eine deutlich andere Richtung bekommen. Es beschäftigt sich nun damit, was wir im 21. Jahrhundert von der Homöopathie noch gebrauchen können. Und das ist - um es gleich vorweg zu nehmen - nicht viel.

Es ist nämlich komisch. Wir alle lieben den Fortschritt. Wir benutzen Handys, machen gerne Flugreisen in unseren Wunschurlaubsort, vertrauen der Hygiene in Krankenhäuser und bei Operationen, chatten im Internet, whatsappen, liken, schicken Smileys. Wir benutzen Dimmer-Lampen, sichere Autos, Klospülungen, Elektrotischgrills und Color-Wachmittel. Selbstverständlich tun wir das und möchten kaum einen der Vorteile missen, die der Fortschritt uns gebracht hat. Aber bei der Homöopathie - bei der es ja immerhin um etwas so wichtiges wie unsere Gesundheit geht! - fällt uns nicht auf, dass sie sich auf einem wissenschaftlichen Stand von vor 200 Jahren befindet.

Mir ist das auch lange nicht aufgefallen, bzw. ich habe geglaubt, dass die Homöopathie irgendwie anders beurteilt werden muss. Das was Hahnemann da erfunden hat sei irgendwie besonders, einzigartig und genial - normale Maßstäbe könnten da nicht drüber richten.

In diesem Blog möchte ich gerne darstellen, was schleichend und irgendwann mit einem großen Knall für ein Umdenken bei mir gesorgt hat, warum ich mein Buch anders geschrieben habe, als ursprünglich beabsichtigt. Warum ich meine (gut laufende) homöopathische Praxis aufgegeben habe und warum ich heute niemandem mehr empfehlen kann die Homöopathie und die Globuli ohne dieses Wissen einzunehmen. Denn einnehmen kann man sie durchaus. Aber das ist noch kein Beweis dafür, dass sie so funktioniert, wie Hannemann sich dies ausgedacht hatte. Übrigens ausgedacht hatte, bevor er wusste, dass der menschliche Körper aus Zellen besteht, das Krankheit durch Bakterien oder Viren verursacht werden können oder dass es so etwas wie Statistik gibt.

Dieser Blog räumt also auf mit vielen traditionell homöopathischen Gedanken. Dabei möchte ich die Homöopathie nicht abkanzeln und in den Staub treten, sondern vielmehr aufzeigen, wie Medizin HEUTE funktioniert und wieso die Homöopathie darin leider keinen Platz mehr finden kann. Und warum wir dennoch auch und gerade heute noch etwas von ihr lernen können.

Kommentare:

  1. Hallo,
    Viel Glück und Erfolg für Ihren neuen Blog. Ich werde ihn gleich auf meine Blogroll übernehmen.

    Viele Grüße

    Norbert Aust

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  2. Hi. I don´t undestand this:


    "Dabei möchte ich die Homöopathie nicht abkanzeln und in den Staub treten, sondern vielmehr aufzeigen, wie Medizin HEUTE funktioniert und wieso die Homöopathie darin leider keinen Platz mehr finden kan"

    In your book, page 60:

    "Homöopathie als Gesamtpaket zu, durch ein gutes Arzt-Patient-Verhältnis und die intensiven Gespräche einen positiven Effekt zu haben. Für die Arzneimittel könne man einen allgemeinen Placebo-Effekt gelten lassen (Ernst 2002; Shang et al. 2005)."

    The next revision refuting the Shang and Ernst, metastudy and systematic review respectively. See also:

    - Homeopathy: meta-analyses of pooled clinical data (2013)
    - The conclusions on the effectiveness of homeopathy highly depend on the set of analyzed trials. (2008)

    In 2014 Norbert Aust publish one revision in blog (beweisaufnahme-homoeopathie) about of above literature, but the critique of Aust is biased and misunderstanding of the clinical literature.

    Is homepathy a placebo effect? Is homeopathy a parcial placebo effect? Is homeopathy clinical valuable?

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  3. I my opinion homeopathy is a well-done placebo based on the homeopathic setting and the suggestiv character of the remedies (i.e. "that will help me", or even more suggestiv "that will help ME"). No more, no less. The clinical value seems to be that patients have a need for not just being seen as "medical objects" but as the complex people they are. Does that help?

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  4. Interesting, but in homeopathy is common the use of mother tincture and low potency remedies, i.e. 3X of arnica montana or the complex remedies (i.e. traumeel or vertigoheel).
    Maybe, this remedies in solution is possible exhibit a hormetic pharmacological effect.
    Is memory of water a real phenomena?

    http://www.worldscientific.com/doi/abs/10.1142/S0217984909020138

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