Donnerstag, 9. Juli 2015

Was hat mich überzeugt, mit der Homöopathie aufzuhören?

Ich habe über 10 Jahre Homöopathie gelernt und mindestens 5 Fortbildungen pro Jahr gemacht. Ich denke, ich war eine gute Homöopathin und habe die Sache sehr ernst genommen. Und, wie gesagt, ich wollte ja ursprünglich ein Buch für die Homöopathie schreiben, eben weil ich so überzeugt war und auch weil ich meinte, viele Zeichen zu erkennen, dass eben doch was dran sei an der Homöopathie - aller Naturwissenschaft zum Trotz.
Der wichtigste Schritt war wohl zu erkennen, was Wissenschaft und insbesondere Naturwissenschaft überhaupt bedeuten. Ich war, wie viele Homöopathen, der Meinung, damit sei etwas Schlechtes, Böses gemeint. Ich begann also das Buch zu schreiben und "Beweismaterial" für die Homöopathie und gegen die Wissenschaft zu sammeln. Wie viele Homöopathen dachte ich, die Beweise würden nur zurückgehalten oder verfälscht, um nicht die ganze Kraft (und damit Gefahr für die normale Medizin) dieser Heilmethode zu offenbaren. Und ich dachte natürlich auch, andere Homöopathen seien einfach nur schlechter als ich. Wenn die das nicht hinbekommen, ist es kein Problem der Methode. Ich war auch der Meinung, dass "Pharmakonzerne" die Magazine wie den Spiegel kauften oder positive Forschungsergebnisse boykottierten, dass Wissenschaftler einfach "keinen Bock" auf die Forschung über Homöopathie hätten, weil damit bestehendes Wissen bedroht wäre. Ich war mehr als alles andere davon überzeugt, dass das Wissen, dass die Homöopathie erklären würde, einfach noch nicht gefunden sei. Das Buch "Die Homöopathie-Lüge" von Weymayr und Heißmann habe ich noch als üble Diffamierung der Homöopathie gesehen. Und ich wollte den Gegenentwurf liefern.

Was daraus geworden ist, sehen sie ja an meinem Buch. Und an meiner Praxisaufgabe. Wie kam es dazu?

Das Wichtigste für mich war, zu erkennen:
  1. Wissenschaftler sind nett. Sie haben ein ehrliches Interesse daran, die Wahrheit herauszufinden. Selbst wenn diese ihrem bisherigen Wissen widersprechen würde, würde es sie erst recht ermutigen, eine Hypothese zu prüfen. Wissenschaftler WOLLEN wissen, was die Homöopathie kann. Wissenschaftler sind auch unbestechlich, was Ihre Methoden betrifft (damit sind jetzt nicht alle als Menschen gemeint). Unendlich viel Mühe ist in die Methodik gelegt worden und diese wird keineswegs in Stein gemeißelt, sondern weiter und weiter entwickelt. Neues Wissen wird integriert, wo immer dies begründet werden kann. Der Anspruch ist Wahrheit und Perfektion. Die Wissenschaft ist nicht etwa ein Weltbild, sondern eine Methode, die sich dazu verpflichtet hat, herauszufinden und einfach beschreiben zu können, was ist (und nicht, was wir gerne hätten).
  2. Naturwissenschaft dient z.B. dazu, die natürlichen Vorgänge im Menschen als Teil der Natur zu erforschen. Und  diese Vorgänge sind heute (im Gegensatz zu Hahnemanns Zeiten) gut bekannt und werden mit Biologie, Physik, Chemie und Physiologie immer besser beschrieben. Wäre die Homöopathie wahr, so wären all diese Gesetze und all dieses Wissen falsch. Es liegt also nicht daran, dass wir noch nicht wissen, wie die Homöopathie funktioniert, sondern daran, dass wenn sie so funktionieren würde, wie wir Homöopathen uns das vorstellen, alles andere, was wir täglich erfahren (und wissenschaftlich überprüfen können) nicht stimmen würde. Etwas verkürzt: Die Schwerkraft ist eine Tatsache, die Lebenskraft ist eine Idee von vor 200 Jahren, die heute widerlegt ist. Die Schwerkraft gäbe es auch ohne uns Menschen, die Lebenskraft aber ist eine Vorstellung im Menschen, keine Naturgröße. Hahnemann hat sie postuliert, was wissenschaftlich gesehen einer Hypothese entspricht, wir haben sie 200 Jahre lang überprüft, und können heute mit Sicherheit behaupten: Eine solche Kraft gibt es im Menschen nicht. Wir können uns eine solche Kraft vorstellen, aber sie wird dadurch nicht zu einer Tatsache.
  3. Die Naturwissenschaft hat sich seit Hahnemann extrem weiterentwickelt. Bakterien, Vieren, physiologische Zusammenhänge, Hormonregulation, DNA-Sequenzierung, psychologische Zusammenhänge, die Psychosomatik - das alles und vieles mehr kannte und wusste Hahnemann nicht. Und während keiner von uns heute auf Handy, Computer, Internet, Schlaganfall-Therapie oder Notfallmedizin verzichten möchte, tuen wir bei der Homöopathie so, als seien ihre Erkenntnisse up to date. In vielem war Hahnemann zweifellos ein Vordenker seiner Zeit und allein seine Abkehr von der sogenannten heroischen Medizin, war ein Segen für viel Menschen und für die Medizin insgesamt. Dafür gebührt ihm auch heute noch Ehre. Aber die drei Haupt-Säulen seiner Homöopathie, die er als Gegenmodell entwickelte, sind heute wissenschaftlich widerlegt: es gibt kein Ähnlichkeitsprinzip, die Potenzierung macht keinen Sinn und die Arzneimittelprüfung ist alles mögliche, aber keine Prüfung. 
  4. Wir Homöopathen werfen den Wissenschaftlern ja immer vor, sie sollten uns erstmal nachweisen, dass die Homöopathie NICHT funktioniert (was wir ja täglich zu sehen meinen)! Es kann jedoch leider nie bewiesen werden, dass etwas NICHT funktioniert/vorhanden ist. Es gibt dazu ein berühmtes Beispiel: Sie werden nicht beweisen können, dass es Einhörner nicht gibt. Denn in irgendeinem Keller könnte ja theoretisch eins eingesperrt sein oder Sie gucken gerade am falschen Ort. Sie müssten aber andererseits, wenn Sie behaupten, es gibt Einhörner, eines vorweisen können. Die Homöopathie behauptet also nun, dass die Homöopathie wirke (über einen Placebo-Effekt hinaus). Kann es aber nicht vorweisen/nachweisen - im Gegenteil jede seriöse Studie zeigt, dass ihr Effekt dem Placebo-Effekt entspricht. Darüber hinaus kann die Homöopathie nach den Maßstäben unserer heutigen Wissenschaft noch nicht mal sagen, wie sie wirken KÖNNTE. Das macht die Sache eigentlich klar. Doch die Homöopathen behaupten konsequent etwas anders und tuen so, als müssten die Kritiker das Einhorn (das nicht da ist) endlich anerkennen. Das hat mich zutiefst geschockt.
  5. Den Punkt "Ich sehe doch, dass es geholfen hat", den kenne ich auch nur zu gut. Ich habe "Wunderheilungen" erlebt bei Kindern, Schwerstkranken, Aufgegebenen. Nicht täglich, aber weitaus häufiger als ab und zu. Und es ist unheimlich schwer gewesen, einzusehen, dass und warum zwischen Globuli-Gabe als Arzneimittel-Gabe und einer Verbesserung kein Zusammenhang, keine Kausalität, hergestellt werden kann. Auch hier musste ich erst den Begriff und die Bedeutung der Kausalität verstehen und warum empirische Erhebungen oder persönliche Erfahrungen nicht dazu geeignet sind, eine Aussage über die Wirksamkeit der Homöopathie zu machen. 
  6. Was mir wohl am schwersten gefallen ist, war zu akzeptieren, dass Anekdoten komplett wertlos sind, wenn es darum geht ein Verfahren und seine Wirksamkeit zu beurteilen (1). Natürlich macht es Eindruck, wenn man meint, an seinem Baby ein wundervolle Heilung "durch" Homöopathie erlebt zu haben. Oder wenn einem die Nachbarin erzählt, dass sie nach dem Gang zum Homöopathen ihre langjährige Neurodermitis endlich und völlig überraschend losgeworden sei. Solche Geschichten bleiben auch hängen und es fällt schwer, ihnen nicht automatisch Glauben zu schenken. Mir ist es jedenfalls schwer gefallen, zu erkennen, dass einzelne Erfahrungen immer auch Zufall sein oder andere Gründe haben können. Und dass diese Erklärungen zwar weitaus weniger spektakulär, aber viel wahrscheinlicher sind, um die Homöopathie und ihre "Erfolge" zu erklären. Um genau solche Fehler zu vermeiden haben wir in der Medizin ja die Studien. Sie lassen Beurteilungen zu, ob ein Verfahren nur zufällig Einzelnen hilft, oder ob eine Wirksamkeit über einzelne Zufälle und Placeboeffekte hinaus vorhanden ist. Bei der Homöopathie ist dies nachweislich (mehrfach!) nicht der Fall. Das hat mich letztlich überzeugt. 

Alles in allem ein schwerer Weg, denn es ist so viel leichter, eine Meinung ohne wirkliche Ahnung zu haben, als sich eine Ahnung von Wissen zu erarbeiten.



(1) Zum Weiterlesen http://thelogicofscience.com/2016/02/10/5-reasons-why-anecdotes-are-totally-worthless/


Kommentare:

  1. Homöopathie zu betreiben ist anstrengend und zeitraubend. Dann schreib ich lieber ein Buch dagegen, das vielleicht noch von der Pharmaindustrie unterstützt wird, und habe Zeit für meine drei Kinder.Nur es gibt Dinge, die man heute noch nicht beweisen kann. Vor 40 Jahren hätte niemeand geglaubt, dass man Bilder vom Smatphone verschicken kann. Klar, heute kann man es erklären. Aber es gibt noch eine Ebene, die schon lange in Amerika erforscht wird und kaum bekannt ist: remote viewing oder cqm. Ich gratuliere der Autorin für Ihre Leichtfertigkeit.
    Ich glaube an die Homöopathie, die mich vor vielen schadhaften Arzneimitteln verschont hat.

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    1. Sie liegen falsch. In der Beurteilung von mir und der der Homöopathie. In der Beurteilung von mir kann ich Ihnen nicht weiterhelfen, sämtliche Infos sind hier auf dem Blog zu finden, wenn Sie weiter etwas anderes behaupten möchten - bitte.

      In der Beurteilung der Homöopathie jedoch gibt es keinen Mittelweg. So sehr ich sonst für Toleranz bin, hier ist sie falsch. Wenn jemand - wie vor 200 Jahren üblich - behauptet, Frauen seien nicht so intelligent, wie Männer und dürften nicht studieren oder selbst einen Beruf wählen, dann liegt er falsch. Es gibt hier auch keine mittlere Wahrheit. Und Sie wissen so gut wie ich, dass man vor 200 Jahren trotzdem viele "Argumente" für diese falsche Sichtweise hatte und dass man auch meinte genau diese Erfahrung zu machen. Aufklärung bedeutet, solche falschen Behauptungen zu benennen. Darin sehen wir unsere Aufgabe. Natürlich passierte auch kein "Schaden" durch eine falsche Beurteilung von Frauen in dem Sinne, dass alle Frauen gleich starben, krank wurden oder was auch immer. Trotzdem war und ist die Beurteilung falsch und konnte zum Glück (zumindest bei uns) ausgeräumt werden. Ähnliches beabsichtigen wir für die Homöopathie.

      Und zu den von Ihnen behaupteten "amerikanischen Ebenen" gibt es null Belege, die einer Überprüfung standhalten. Behaupten kann man alles. Belegen nicht.

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    2. Brrr … was hat denn Remote Viewing mit Homöopathie zu tun?!
      Und ich halte es für eine bodenlose Respektlosigkeit jemandem vorzuwerfen, sie sei "leichtgläubig", nur weil sie eine andere Meinung vertritt. Und das macht sie, indem sie sich öffentlich positioniert und Stellung bezieht.
      Dieser Angriff ist ein klassischer Fall, wie defensiv und untergriffig Menschen werden, die ihr Weltbild ins Wanken gebracht sehen. Anstatt sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen und diese zu attackieren, gibts Haue für die Menschen, die eine Gefahr für das fragile Selbstbild darstellen … Frau Grams, danke für ihre Transparenz und weiter so!

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    3. Don´t shoot the messenger ;-)

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  2. Liebe Frau Grams

    ich habe Ihr Buch nicht gelesen, sondern nur die Pressemitteilung. Ich habe ebenfalls zehn Jahre Homöopathie gelernt und praktiziert und war hoffentlich ein guter Homöopath. Mein Grund aufzuhören war ein anderer als Ihrer. Ich hatte Angst, dass die Homöopathie tatsächlich funktioniert. Denn dann würde ich ähnlich wie in der Schulmedizin Menschen von einem Punkt A ihres Lebens ohne ihr aktives bewusstes Zutun zu einem Punkt B ihres Lebens befördern. Das wollte ich nicht mehr. Ich wollte nicht heilen, sondern das Menschen Heilung als Prozess des eigenen Handeln entdecken und verstehen.
    Kurz meine Motive waren andere und haben mich nicht dazu bewogen alle Menschen, die meinen, das anders sehen zu wollen zu kritisieren. Ich habe mich danach entschieden Gesundheitswissenschaften zu studieren.
    Ich weiß nicht, ob Homöopathie wirkt. Ich kann in der Praxis nicht entscheiden, ob nun Plaebo, Zufall oder das homöopathische Mittel eine Heilung, ein Verschwinden der Symptome hervorbrachte. Das kann der Mediziner allerdings auch nicht, da Placebo natürlich auch in der Schulmedizin wirkt (Lesen Sie einmal Hondschick). Es gibt bislang auf den Endpunkt der Lebensverlängerung und erhöhten Lebensqualität keine Evidenz, dass irgendeine Krebstherapie oder andere Therapie etwas bringt. Solche Studien gibt es einfach nicht. Der Trick der Medizin, die ja keine wirkliche Naturwissenschaft ist, ist es die Endpunkte so zu wählen, dass Evidenz festgestellt werden kann. Das ist natürlich eine Einschränkung, die nicht unmaßgeblich ist. Wenn wir beim Impfen nicht mehr darauf schauen, ob die Menschen dadurch eigentlich durchschnittlich länger leben, sondern nur darauf, ob sie Antikörper im Blut bilden, ist das eine erhebliche Verkürzung und im Grunde für das Leben der Menschen ohne Aussagekraft. Zudem gibt es in der Schulmedizin bislang kaum Versorgungsstudien. Die sogenannte wissenschaftliche Evidenz, zielt geradezu darauf, alle Umgebungsfaktoren auszuschließen, damit nur die Wirksamkeit des Medikaments festgestellt wird – auf einen bestimmten Endpunkt, der meistens wenig mit Lebensverlängerung und erhöhter Lebensqualität zu tun hat. Die Studien sind leider nachweislich nicht immer korrekt, Studien werden immer noch verschwiegen (und wenn Sie sich mit Statistik auskennen, dann kann man so Evidenz in Anspruch nehmen, wo diese gar nicht ist. Und Sie sind ja sicher nicht naiv und können sich ausmalen, dass bei einem riesigen Markt, auf dem es um Milliarden geht, schnell eigennützige Interessen ins Spiel kommen können). Mit diesen künstlichen Ergebnissen, geht man anschließend mit Medikamenten auf Millionen von Menschen los. Nun gibt es aber keine Laborbedingungen mehr, sondern das normale Leben. Selbst, wenn ein Medikament eine Evidenz erbracht haben sollte, sind die Bedingungen nun andere. Menschen haben zusätzliche Erkrankungen, Umweltbedingungen, nehmen die Medikamente nicht regelmäßig, nehmen weitere Medikamente etc. Spätestens nun ist alle Evidenz passé. Es findet zudem auf vagen Informationen ein Massenversuch an Menschen statt. So funktioniert derzeit Schulmedizin. Natürlich gibt es anständige Ärzte, aber auch die sind nicht unfehlbar, dass heißt, damit die gute Wirkung eines Medikaments erzielt werden könnte – trotz allem, braucht es noch den Arzt, der es im richtigen Moment mit der richtigen Dosierung verschreibt.

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    1. Lieber Michael, ich habe ihren Kommentar ebenfalls mit großem Interesse gelesen und würde mich diesbezüglich auch gerne äussern wenn Sie es gestatten, da ich dort meine einige Missverständnisse herausgelesen zu haben, welche natürlich auch auf einem Missverständnis meinerseits beruhen können.
      Den Grund, warum Sie mit der Homöopathie aufgehört haben habe ich mit Verlaub nur teilweise verstanden. Das, was ich meine korrekt verstanden zu haben ist, dass Sie nicht mehr einfach nur Patienten von einem Leiden befreien und dann wieder in die Welt hinauszuschicken wollten, ohne den Grund für das Leiden selber aus der Welt geschafft zu haben. Auf der einen Seite ehrt Sie das, auf der anderen Seite halte ich diesen Gedanken für zu kurz gedacht. Denn IMHO schließt das eine das andere nicht aus. Das viele Menschen gut daran täten ihre Lebensgewohnheiten zu ändern um seltener krank zu werden ist eine nicht von der Hand zu weisende Tatsache, die Probleme aber nicht kurieren zu wollen weil man an das Übergeordnete nicht herankommt halte ich im Sinne des Patienten für den falschen Weg. Es geht um das Wohl des Patienten, ob kurzfristig oder langfristig sollte nicht die Entscheidung des Behandelnden sein, dieser sollte eher versuchen auf beides einzuwirken. Diese Entscheidung liegt aber letztendlich beim Patienten selber. Sollte ich Sie dort missverstanden haben tut es mir leid.
      Auch ist es nicht so, dass Homöopathiekritikern daran liegt, die Menschen zu kritisieren, auch wenn vielleicht ein kleiner Teil der Kritik tatsächlich an den Homöopathen selber gerichtet ist, der häufig nicht bereit ist die logischen Argumente und wissenschaftlichen Nachweise zu akzeptieren bzw. wenigstens zu hinterfragen und sich dadurch selber immunisiert. Es geht den Kritikern vielmehr darum die Fehler der Methode und deren Unwissenschaftlichkeit darzustellen und aufzuzeigen, warum die Behauptungen der Homöopathie unserem gesicherten, nicht vorläufigen Kenntnisstand widersprechen und sich in der Realität nicht bewahrheiten können.

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    2. Man kann allerdings sehr wohl in der Praxis unterscheiden, ob etwas wirkt oder nicht, auch wenn dieses dem einzelnen, weder Mediziner noch Homöopathen in der Praxis nicht möglich ist. Genau darum macht man klinische Studien (auch unter Verwendung des korrekten homöopathischen Setups), um dort viele Einzelerfahrungen zu sammeln und auszuwerten. Und in all diesen Studien hat sich nun einmal deutlich herauskristallisiert, dass es keinerlei Unterschiede zwischen der Einnahme von Homöopathika oder der Einnahme von Scheinmedikamenten gab. Beide Gruppen sprechen von positiven Erfahrungen, beide Gruppen haben die gleichen Ergebnisse. Ihre Aussage, dass einfach alle Umgebungsfaktoren ausgeschlossen werden ist schlichtweg falsch, siehe die Münchner Kopfschmerzstudie von 1996. Es werden nur die Faktoren ausgeschlossen, die für eine unbewusste Beeinflussung und damit Verfälschung der Ergebnisse sorgen, alle anderen Faktoren finden sich natürlich sowohl in den Placebo- als auch den Verumgruppen wieder. Genau darum sind ja eindeutige reproduzierbare Ergebnisse wieder. Das man nicht alle Faktoren wie falsche Ernährung etc. komplett ausschließen kann ist natürlich eine Tatsache, aber man versucht dieses halt so gut es geht.
      Ihre Kritik an der Medizin und den ebenfalls dort gemachten Studien ist grundsätzlich angebracht, auch dort gibt es noch vieles zu verbessern, jedoch ist das für die Betrachtung der Homöopathie vollkommen irrelevant, da die Fehler des einen nicht die Probleme des anderen lösen geschweige denn dort einen Pluspunkt darstellen. Es stellt also ein vollkommen anderes Diskussionsthema dar.
      Die Studienlage auch zu Krebstherapien ist durchaus umfangreich und gut belegt, noch nie hatten wir so viele personalisierte Krebstherapien wie heute. Während früher Bauchspeicheldrüsenkrebs ein garantiertes Todesurteil darstellte kann dieser heute bereits im Frühstadium in den meisten Fällen behandelt werden, außer man verschleppt die Behandlung durch das unnötige hinauszögern durch pseudomedizinische Heilverfahren, siehe als berühmtes Beispiel Steve Jobs.
      Erst 2013/14 wurden erfolgreiche Versuche zur Behandlung von Hirntumoren und Lungenkrebs gemacht, welche sich mittlerweile in der humanen Testphase befinden.

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    3. „Wenn wir beim Impfen nicht mehr darauf schauen, ob die Menschen dadurch eigentlich durchschnittlich länger leben, sondern nur darauf, ob sie Antikörper im Blut bilden, ist das eine erhebliche Verkürzung und im Grunde für das Leben der Menschen ohne Aussagekraft.“ Hier musste ich meinen Verärgerung ein wenig herunterschlucken, denn gerade Impfkritiker stellen nicht nur eine Gefahr für die eigene Gesundheit, sondern für die gesamte Gesellschaft dar. Eine Vermeidung von Krankheiten, den Spätfolgen oder sogar dem Tod (Polio, Masern, Röteln) ist durchaus eine Verbesserung der Lebensqualität oder sogar eine Verlängerung der Lebenszeit. Dass diese nachweislich evident ist können Sie anhand verschiedener Statistiken und vor allem an der Gesellschaft selber sehen, oder wann ist Ihnen der letzte Fall von Kinderlähmung in Deutschland aufgefallen (in meiner Jugend gab es davon reichlich)? Die Zahl der Masernerkrankungen sind seit Einführung sowohl der Meldepflicht als auch des Impfserums drastisch zurückgegangen, erst seitdem Impfgegner in der nahen Vergangenheit die Menschen mit vollkommen falschen Aussagen und Propaganda versuchen von Impfungen abzuhalten und dadurch die Durchimpfungsrate in der Gesellschaft senken kommt es wieder zu vereinzelten Todesfällen, die Spätfolgen von Hirnschäden sind jetzt noch gar nicht abzusehen.
      Natürlich ist die Medizin nicht unfehlbar, das wird sie auch niemals sein und Menschen werden auch weiterhin krank werden und sterben. Es kann allerdings auch nicht die Aufgabe jedes Mediziners sein die Menschen einzeln an die Hand zu nehmen und ihnen vorzuschreiben, wie Sie ihr Leben zu führen haben. Das bleibt jedem selber überlassen. Man kann allerdings durch sachliche und überprüfbare Informationen dafür sorgen, dass Menschen eine Basis haben, auf der sie Ihre Entscheidungen treffen können. Ob sie das dann machen bleibt ihnen überlassen.
      Genau DAS ist es, was wir Homöopathiekritiker möchten. Sie sollen den Kritikern nichts glauben, Sie sollen alles, was Ihnen gesagt wird hinterfragen und überprüfen, genau wie es Frau Grams gemacht hat.
      Abschließend möchte ich sagen, dass ich es als sehr wohltuend empfinde, dass Sie sich mit der Thematik sachlich beschäftigen und Ihre Kritik ebenfalls sachlich äußern und nicht wie viele Ihrer Kollegen auf Grund von Argumentationsinsolvenz versuchen ad personam oder sogar ad hominem zu diskutieren. Herzlichen dank und Grüße

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    4. Lieber Herr Wagenknecht

      ja, wo fange ich an. Vielleicht vorne: Nein, es ging mir nicht um die Änderung der Lebensumstände an sich, sondern darum Krankheit nicht als allein als Prozess von Lebensumständen oder gar Zufall zu verstehen. Krankheit ist nicht anderes als ein Zustand des menschlichen Körpers. Und meines Erachtens hat dieser Zustand mit dem Menschen zu tun. Die Abspaltung der Krankheit von sich selbst ist aber weit verbreitet.

      Es ist eine ziemlich dünnes Eis auf dem sie sich bewegen, wenn sie von „unserem gesicherten, nicht vorläufigen Kenntnisstand widersprechen“ schreiben. Was ist denn gesichert? Es ist nicht einmal im geringsten klar, wie unsere Existenz zu erklären ist, ob es überhaupt Materie gibt. Das sind alles Erklärungsmodelle. Auf welche Sicherheit stützen Sie sich denn?

      Zum Setting habe ich unten weiter geschrieben. Die Trennung von Setting und Arznei ist meines Erachtens nicht möglich und sogar falsch.

      Krebs: Sehen Sie, um festzustellen, ob Krebstherapie inklusive der Vorsorgeuntersuchungen etc. überhaupt etwas bringt, müsste man zwei Gruppen bilden. Die eine behandelt man nach neuestem Standard, die andere lässt man einfach in Ruhe und lässt sie einfach an Krebs sterben etc. Dann könnte man am Ende sehen, was die Krebstherapie bringt. Solche Studien sind unethisch und undurchführbar. Also behilft man sich mit angepassten Studien. Man vergleicht z.B. eine Krebstherapie mit einer anderen. Es ist aber völlig unklar, welche Bedeutung die Diagnose für Patienten hat. Also hat es eine Bedeutung, ob ich weiß, dass ich Krebs habe oder nicht. Welche Bedeutung hat in der Bevölkerung das wissen um Krebs und die Angst vor Krebs? Es gibt also Unwägbarkeiten. Wir können nie wissen, wie sich der Krebs unbeobachtet entwickelt. Und die Beobachtung ist bereits ein Eingriff. Daher stehen alle Beobachtungen diesbezüglich unter Vorbehalt. Sie kennen bestimmt die studie, aber vor zwanzig Jahren gab es einmal den Versuch die Lebenszeitverlängerung durch Krebstherapien bei Brustkrebs gegenüber der Zeit vor solchen Therapien abzuschätzen. Ich erninnere mich, dass die Schätzung darauf hinaus lief, dass weder Lebenszeitverlängerung noch Lebenqualitäterhöhung damit der Krebstherapie einhergingen. Solche Studien braucht es viel mehr.

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    5. "Und meines Erachtens hat dieser Zustand mit dem Menschen zu tun" Also schlagen Sie bei Masern vor, welchen Zustand des Körpers zu ändern? Bei Krebs? Röteln? Ebola? Grippe?
      "Was ist denn gesichert?" Alles das, was überprüft und verifiziert werden kann. Es ist z.B. gesichert, dass die Dosis das Gift macht, wie Paracelus bereits sagte. In der Wissenschaft ist es ein gängiges Verfahren, aus einem Gemisch die Stoffe nach und nach zu entfernen, bis die Symptome verschwinden. Verschwindet das Symptom, war es das Element.
      "Auf welche Sicherheit stützen Sie sich denn?"
      Sehen Sie sich um. Alles, was Sie um sich herum sehen beruht auf Erkenntnissen, die alle auf der gleichen Methodik beruhen. Diese Methodik hat sich also für jeden offensichtlich bewährt. Genau diese Methodik kommt auch bei der Homöopathie zum Einsatz und liefert eindeutige Ergebnisse. Da wirkt nichts. Wirkt da nun aber doch etwas und die Homöopathen haben recht ist die Methodik falsch und alles, was wir zuverlässig mit dieser Methodik herausgefunden haben, funktioniert nur aus purem Zufall. Was halten Sie nun für wahrscheinlicher?
      Ein Ausflug in die Grundlagen unserer Existenz ist für diese Diskussion nicht hilfreich. Nur weil wir noch nicht alle Fragen beantwortet haben bedeutet es nicht, dass wir gar nichts wissen oder unsere Erkenntnisse falsch sind. Es sind einfach nur offene Frage. (Die mit dieser Problematik absolut nichts zu tun haben)
      Es geht nicht darum, dass wir NOCH nicht wissen, wie Homöopathie funktioniert. Wir sehen, dass sie nicht funktioniert und können unmissverständlich erklären, warum sie nicht funktioniert.
      Das Ihr Beispiel ethisch nicht durchsetzbar ist haben Sie ja selber erwähnt. Trotzdem wird genau DAS gemacht! Was denken Sie denn, was in den Tierversuchen getan wird?
      Nun kann aber in den Versuchen eindeutig dargestellt werden, das bestimmte Therapien wirken. Wie der Krankheitsverlauf OHNE Behandlung aussieht wissen wir zur genüge, Schauen Sie sich die letzten 100 Jahre an, in denen sich die Medizin entwickelt hat.
      Für die meisten Stoffe, die dabei zum Einsatz kommen ist es irrelevant ob Sie etwas wissen oder nicht. Man kann beobachten, ob sie in den Zellen wirken oder nicht. Ich denke hier sehen Sie die Forschungslage und Methodik, nicht böse gemeint, ein wenig naiv.
      "Wir können nie wissen, wie sich der Krebs unbeobachtet entwickelt." Doch, können wir. bestes Beispiel aus der aktuellen Zeit: Lemmy Kilmister. Um nur eines zu nennen. Und Immer wieder tauchen Menschen bei Ärzten auf, die nicht wussten, dass sie Krebs hatten und schon im fortgeschrittenen Stadium waren, meiner Vermieterin passiert gerade genau das. Therapie unnötig.
      Vielleicht haben Sie ja ein paar nähere Infos zu den Studien, würde mich freuen.
      Herzliche Grüße

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  3. Ich war in den letzten 20 Jahren Jahren zum Glück nur drei Mal beim Arzt und erhielt drei Fehldiagnosen, die ich selbst besser wusste (60 % der Klinikaufenthalte alter Menschen sind auf Fehlmedikamentierung zurück zu führen). Ich habe gesehen, wie unfähig mein Vater im Krankenhaus behandelt wurde. Bis zu 40 000 Menschen sterben jährlich in deutschen Krankenhäusern an sogenannten nosokomialen Infektionen, also an Begleiterscheinungen des Klinikaufenthaltes. Ich will damit sagen, dass man sich natürlich gerne kritisch zur Homöopathie verhalten kann. Aber vielleicht sollte man sich überlegen, mit wem man das tut und was die Alternative sein soll. Angesichts des oben beschriebenen, halte ich es für sehr viel dringender, ein Netzwerk kritischer Medizin zu gründen. Der Schaden, der durch die Schulmedizin entsteht, dürfte so viel größer sein, aber es gibt natürlich kein Interesse diesen festzustellen. Auch das sollten Sie sich klarmachen, dass wir einen erheblichen Forschungsbias haben, weil die Studien durch Menschen durchgeführt werden, die mit dem System mehr oder minder verbandelt sind. Fehlleistungen von Ärzten werden immer noch nicht aufgearbeitet. Wenn ich allein bedenke, dass es in jeder Berufsgruppe vielleicht 5 Prozent Unfähige gibt, gibt es in unserer Medizin keine System, dass diese herausfischt und unschädlich macht.
    Meine Aufzählung kann ich unendlich weiterführen...

    Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, einen tropfenden Wasserhahn in der Nachbarwohnung anzugehen. Das ist sehr löblich. Aber den Rohrbruch im eigenen Bad, lassen sie ungestört weiterlaufen…. Das ist schlicht unverhältnismäßig und erfordert von jedem mit Menschenverstand die Frage nach dem Motiv. Bei den Ärzten und Apothekern an Ihrer Seite ist das leicht zu finden. Dort sehe ich am ehesten Verblendung über das eigen Tun. Ein kritische Auseinandersetzung würde das Selbstbild, die Identität stören, wenn nicht gar zerstören. Bei Ihnen ist mir das nicht ganz klar.

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    1. Könnten Sie die oben erwähnten Zahlen noch kurz belegen? Und vielleicht wäre es angebracht, all die positiven nachweisbaren Erfolge der Medizin ebenfalls zu erwähnen.
      Das Netzwerk kritischer Medizin gibt es bereits, nicht umsonst müssen viele Pharmahersteller laufend hohe Strafen zahlen. Die Argumentation "Es gibt immer etwas wichtigeres" ist allerdings mEn sehr kurz gedacht, denn Aufklärung kann sich wohl kaum einseitig nach der gewünschten Dringlichkeit anderer richten. Sie sollte umfassend sein, darum gibt es ja für alles entsprechende Organisationen.
      Die Alternative zur Homöopathie ist die Medizin. Immer schon gewesen. Andersherum muss man leider sagen, dass die Homöopathie niemals eine Alternative zur Schulmedizin darstellt (vielleicht noch zur Hahnemanns Zeiten der heroischen Medizin), im besten Falle, wie wir ja nun mittlerweile weltumspannend festgestellt haben, als Placeboalternative, nur funktioniert diese Alternative leider nicht immer wie gewünscht und auf Knopfdruck. Der Schaden, der durch die Medizin entsteht wird ständig in der Presse behandelt, seien es ärztliche Kunstfehler etc. Nur ist halt die Erfolgsquote der Medizin deutlich höher.
      Der Forschungsbias besteht leider auf beiden Seiten, denn auch Homöopathen tendieren dazu, ihre Ergebnisse zu verfälschen, methodisch verkehrte Studiendesigns zu benutzen oder Daten falsch zu interpretieren (oder gleich ganze Seiten wegzulassen). Auch Homöopathiehersteller geben Studien in Auftrag, den Schuh können sich beide Seiten anziehen. Umso wichtiger ist es darauf hinzuweisen, egal bei wem. Die Cochrane Collaboration macht dieses in der Pharmabranche ja ständig, erinnern Sie sich an den Tamiflu Fall.

      Es muss ja einen Grund geben, warum die Homöopathie Studien, die nicht das gewünschte Ergebnis liefern ablehnen bzw. widerlegte Studien trotzdem zu Propagandazwecken bewirbt. Was für ein Bild wirft das auf die Organe dieser Therapieform?
      Ein Scheitern der Homöopathie wurde von vornherein ausgeschlossen, spätestens dort sollte man sehr hellhörig werden.
      Noch einmal, kritisieren Sie Missstände in der Medizin wo immer Sie es können, es kann dem Patienten nur dienlich sein. Nur bringt Ihnen das für die Verteidigung der Homöopathie nicht das Geringste. Nur weil die anderen Fehler machen bedeutet es nicht, dass die Homöopathie keine macht.
      Aber fühlen Sie sich doch bitte nicht auf den Schlips getreten, wenn man das für Ihre Methode, die Sie gerne favorisieren ebenfalls macht. Das wirkt dann nur wie eine Immunisierung, und diese muss ja einen Grund haben.
      Der tropfende Wasserhahn verursacht auf lange Sicht unnötige Kosten, darum sollte man diesen reparieren, und nichts anderes tun wir. Der Wasserhahn der Homöopathie hängt an der Hauptleitung allerdings nicht dran, um bei der Analogie zu bleiben.
      Das Argument der kritischen Auseinandersetzung ist leider ein Bumerang, tut mir leid. Aber das mit der Immunisierung wurde ja bereits erwähnt.
      Herzliche Grüße

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    2. Ja die Studien. Dazu habe ich schon einiges geschrieben. Hier nur soviel – das scheitern der Schulmedizin ist auch von vorneherein ausgeschlossen, oder? Und die Schulmedizin lehnt ja umgekehrt die positiven studien ab und sucht und sucht, weil das Unmögliche nicht sein darf, oder?
      Wie kommen Sie darauf, dass die Homöopathie keine Alternative zur Schulmedizin darstellt? Das ist doch eher eine Sachen des Einzelnen oder legen Sie das für alle fest? Ich kann mich jederzeit dafür entscheiden zum Homöopathen zu gehen statt zum Schulmediziner. Und dann passiert es vielleicht sogar – kein Mensch weiß es , dass ich an Krebs sterbe. Und niemand weder Sie noch irgendjemand könnte mir garantieren, dass ich unter schulmedizinischer Behandlung länger und besser gelebt hätte. Sie könnten versuchen, Statistiken zu bemühen, Wahrscheinlichkeiten heranziehen etc.. Nur bin ich weder ein Durchschnitt noch ein Normmensch. Vielleicht gehöre ich gerade zu denen, bei denen die homöopathische Therapie besser anschlägt als Ihre Krebstherapie. Vielleicht hätte ich nie von meinem Krebs erfahren und würde den munter mit ins Grab nehmen, ohne das er mir Beschwerden bereitet hätte. Kla rist Homöopathie oder auch Nicht-Behahandlung eine alternative. Alternativlosigkeit zur Schulmedizn zu behaupten, zeigt leider Ihren Dogmatismus.

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    3. "das scheitern der Schulmedizin ist auch von vorneherein ausgeschlossen, oder?" Nein, das sehen wir ja tagtäglich. Aber wo ist diese im homöopathischen Konzept eingeschlossen? Wann scheitert die Homöopathie? Hier finden Sie einen Artikel zu dieser Thematik.
      http://homoeotology.com/2015/12/11/5/

      Es gibt keine positiven Studien zur Homöopathie, diejenigen die es gibt haben entweder schlechte Methodik, zu kleine Gruppen oder ließen sich nicht reproduzieren. Nenne Sie mir die positiven, die Sie kennen und wir schauen uns diese an.
      "Wie kommen Sie darauf, dass die Homöopathie keine Alternative zur Schulmedizin darstellt?" Weil Sie keine Alternative ist, da sie abgesehen vom Placebo Effekt, den es überall gratis dazugibt, keinerlei Wirksamkeit zeigt. Eine Alternative müsste ähnliche Erfolge vorzuweisen haben, was die Homöopathie nachweislich nicht kann. Wie gesagt, nennen Sie die Studien.
      " Ich kann mich jederzeit dafür entscheiden zum Homöopathen zu gehen statt zum Schulmediziner. " Natürlich können Sie das. Das will Ihnen ja keiner verbieten. Jeder hat das Recht auf Unvernunft, auch auf medizinische. Es ist allerdings keine Alternative Glauben über Wissen zu stellen.

      "Und dann passiert es vielleicht sogar – kein Mensch weiß es , dass ich an Krebs sterbe." Ist dem Vater einer Bekannten von mir mit einem Homöopathen in Traunstein passiert. Die Ansage dort: Keine medizinischen Mittel, keinerlei Schmerzmittel, der Mann ist homöopathisch unter größten Schmerzen krepiert. Ist das Ihre Alternative? Nur zu, niemand hält Sie auf.

      Nein, ein Überleben kann Ihnen niemand garantieren. Es geht aber nicht um Garantien, Ihr Vertrauen in Ehren, es geht um Chancenabwägung auf Basis von verifiziertem Wissen. Und da liegt die Homöopathie leider auf den hinteren Rängen.
      "Nur bin ich weder ein Durchschnitt noch ein Normmensch." Viele Menschen halten sich für Einzigartig. Im Grunde ähneln wir uns alle allerdings markant, und genau das sehen wir in sauber durchgeführten Studien. Wären Sie einzigartig würden eben auch diese Ausreißer in Studien sichtbar. Eigentlich ganz logisch.
      Die meisten Homöopathen behandeln Krebs nur zusätzlich zur pharmakologischen Medikation. Dort, wo dieses nicht passiert, siehe mein Beispiel oder, wenn Sie sich selber informieren möchten die Clinica St. Groce in der Schweiz, sind die Erfolgserlebnisse eher ernüchternd wenn nicht sogar niederschmetternd.
      "Kla rist Homöopathie oder auch Nicht-Behahandlung eine alternative. " Das ist das Gleiche.
      Was wäre denn die ALternative zur Physik?

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    4. Lieber Michale, da Sie mir ein wenig zu sehr von einem Punkt zum anderen springen und ich diese Art der Diskussion leider schon hunderte Male hatte zwei Fragen:
      Stimmen Sie den bisher von den Anwesenden Ihnen entgegengebrachten Argumenten zu, wenn nein, warum nicht?

      Und, die Frage, die mich am meisten interessieren würde? Was würde Sie davon überzeugen, dass Homöopathie tatsächlich nur eine Scheintherapie ist und abgesehen vom Placeboeffekt, der nicht Homöopathieexklusiv ist, nichts bewerkstelligt?

      Schauen wir erst einmal was Sie überzeugen würde, dann reden wir über Dogmatismus.

      Herzliche Grüße


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  4. Offensichtlich ist es nicht mehr Ihr Ziel, dass Menschen sich auf Grundlage von objektiven Informationen für eine Therapie entscheiden, sondern es soll für diese Menschen entscheiden werden – indem Therapien nicht ersetzt werden, indem man sie Pseudomedizin nennt oder anders einfach schlecht macht etc. Das finde ich eine ungeheuerliche Bevormundung und ist ausgesprochen dogmatisch ja fast diktatorisch. Das hat für mich nichts mit einem ehrenhaften Anspruch nach Information zu tun, das ist so tiefe Schublade, dass man Ihr sogenanntes Netzwerk überhaupt nicht ernst nehmen kann: von solchen Leuten erwarte ich keinerlei Wissenschaftlichkeit. Und es tut der Wissenschaft wirklich nicht gut, dass solche Leute für sich in Anspruch nehmen, wissenschaftlich zu sein. Und ich habe als Mensch einen anderen Anspruch. Ich sage niemanden, was wahr oder unwahr ist – das ist anmaßend, vielleicht nicht in Ihrer Welt des wissenschaftlichen Größenwahns. Ich kann als Therapeut, der ich ja nicht mehr bin, nur darlegen, was meine Motive sind, wie ich das verstehe, was ich tue, welche Evidenz mir dafür vorliegt. Dieses Handeln erlebe ich bei Alternativmedizinern in einem viel höheren Maße als bei Ärzten. Diese hinterfragen ihre Therapie nie, diese berufen sich auf Studien, die sie nicht verstehen oder nur das Abstrakt gelesen haben etc. (es ist tatsächlich nicht Teil der ärztlichen Ausbildung, Studien lesen zu können).

    Und was ich noch tragisch finde. Dass der – ich nenne ihn mal Bodensatz – der Naturwissenschaft, wissenschaftliche Ergebnisse für Wahrheiten hält, obwohl diese sich meistens als vorläufig erweisen. Für mich war und ist es ein Geschenk, Homöopathie kennengelernt zu haben. Sie hat meinem Denken ein Fenster der Möglichkeiten eröffnet, eine Möglichkeit der Toleranz und Demut. Es gibt tatsäclich mehr zwischen Himel und Erde als das, was wir wahrnehmen können. Wissenschaft ist auf Wahrnehmung beschränkt. Und ich halte s für sinnvoll andere Ideen, Erklärungen, Möglichkeiten ernsthaft, offen und wohlwollend gegenüber zu treten. Sie erweitern unser Spektrum an Verstehenmöglichkeiten und tun daher Wissenschaft nur gut. Jede Verengung ist ein Vorurteil, ein unnötiger Ausschluss. Der große Verdienst der Homöopathie ist es für mich, der Analyse, dem Zerstückeln des Menschen beim Versuch ihn zu verstehen, einen ganzheitlichen Blick entgegen zu stellen. Den Menschen als Ökosystem, als System, als Wesen zu verstehen, dass mehr ist als die Summe seiner Teile. Und ihn auch als Wesen zu verstehen, dass aus mehr besteht, als wir wahrnehmen. Sonst kommt es zu Fehlinterpretationen. Wenn wir ausschließen, dass Abdrücke im Sand am Strand von etwas verursacht werden, dass wir nicht wahrnehmen (weil es in diesem Falle nicht mehr da ist), dann werden wir versuchen Erklärungen zu finden, die das Unsichtbare unnötig machen. Vielleicht sind wir sogar mit manchen Erklärungen sehr zufrieden, ach wenn sie ein Irrtum darstellen.

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    1. Lieber Michael. Ich weiß nicht, wie oft ich selbst das Beispiel vom tropfenden Wasserhahn bemüht habe, um meinen Patienten die Homöopathie zu erklären. Gerne habe ich auch das vom Wasserrohrbruch hinter der Tapete erzählt: Die "Schulmedizin" macht nur neue Farbe drauf, aber wir Homöopathen, wir gehen in die Tiefe, klopfen die Wand vorsichtig auf und behandeln die wahre Ursache.
      So schön das klingt, wahr ist es gar nicht. Sie finden in meinem Buch und auch hier auf dem Blog genügend Infos, Gedankenanstöße und Ideen, warum das so ist. LG NG

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    2. Schade, Sie haben sich nicht einmal die Mühe gemacht zu verstehen, was ich geschrieben habe. Ich habe nicht behauptet, dass die Homöopathie grundlegend arbeitet und die Schulmedizin an der Oberfläche. Was ich geschrieben habe und sagen möchte, ist dass die Schulmedizin so viel Schaden anrichtet wie ein Rohrbruch, nicht weil ich mir sicher bin, das sie grundsätzlich falsch sei. Sehen Sie 40 000 Tote im Jahr durch nosokomiale Keime, 60% der Krankenhauseinweisungen, die auf Fehlmedikation zurückgehen, tausende von Operationen, die unnötig sind, mit entsprechenden Folgen, nur weil Krankenhäuser auf ihre Bilanz schauen, Vorsorgeuntersuchungen, die ohne jeden Gewinn für die Menschen sind, aber Millionen kosten (z.B. Mammographiescreening) - die Liste lässt sehr verlängern. Da gibt es für die Schumedizin genug vor der eigenen Türe zu kehren. Stattdessen meinen diese sogenannten wissenschaftlichen Ärzte, sie müssten die freie Entscheidung von PatientInnen, von wem sie sich behandeln lassen, einschränken. Es täte Ihnen und Ihren seltsamen Ärzte- und Apothekerkollegen gut, sich eher zu fragen, warum PatientInnen zu Homöopathen gehen. was bekommen sie dort, was sie von Schulmedizinern (die sich doch immerhin im Schnitt 7 Minuten pro Patienten Zeit nehmen) nicht bekommen? Sind Sie und Ihre seltsamen Kollegen schon einmal auf die Idee gekommen, die Bedürfnisse der PatentInnen hinter solchen Entscheidungen ernst zu nehmen? Vielleicht haben auch Menschen eine andere Vorstellung von Körper, Seele und Geist als die sogenannte Wissenschaft und fühlen sich einfach zur Menschmaschine degradíert? Eine kluge Initiative würde die Bedürfnisse der Menschen, die aus ihrer Neigung andere Medizinformen aufzusuchen, aufnehmen, diskutieren und versuchen die Schulmedizin damit zu verbessern. Das wäre ein löblicher Ansatz. Diese Initiative ist einfach nur lächerlich, weil sie die Bedürfnisse negiert und einfach verunmöglichen will. Aber, wenn Sie sich damit gut fühlen, viel Glück.

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    3. Wenn Sie die Artikel zu unserem Netzwerk oder die PM gelesen haben, dann wissen Sie doch, dass unsere Initiative im Grundsatz besagt, dass die evidenzbasierte Medizin sehr wohl ihre Mängel hat, dies die Homöopathie jedoch nicht wirksamer macht.

      Keiner bestreitet, dass unsere normale Medizin Defizite hat, doch ist es eben die beste Medizin, die wir haben. Homöopathie stattdessen einzusetzen ist sicher keine Alternative und macht schon gar nicht die Medizin besser. Richtiger ist es, für eine bessere Medizin zu sorgen. Einige Elemente der Homöopathie können dazu durchaus beitragen, wie etwa die Zeit, die man für Patienten hat, wie man dies abrechnen kann und auch der Hinweis, dass wir sicher weniger oft Medikament brauchen, um gesund zu werden.

      Mein ganzes Buch handelt davon, was Patienten hilft, was sie an der Homöopathie gut finden und wie sich eine empfundene Wirksamkeit erklärt (da spielt der Geist eine große Rolle). Um bei Ihren Worten zu bleiben: schade, dass sie sich nicht die Mühe gemacht haben, es zu lesen bevor Sie mich kritisieren.

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    4. Sehen Sie, wenn ich Engagement bei Ihnen und Ihren Kollegen erkennen könnte, an Ihrer eigenen ausgeübten Medizin anzufangen und dort etwas zu verbessern, wären Sie glaubhafter. Wo ist denn Ihr Buch zur Schulmedizin, zum Versagen dieses Systems? Was sagen sie eigentlich zu dieser niederschmetternden Rezension?
      https://l.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.homoeopathie-online.info%2Fmedizin-falsch-gedacht-rezension-ueber-natalie-grams-neu-gedachte-homoeopathie%2F&h=0AQGaEDaH
      Es ist mir klar, dass diese nicht Ihre Freunde sind, aber haben Sie wirklich die dort erwähnten Homöopathie Studien, die einen Nutzen belegen nicht zitiert? Ist das Ihre Art die Studienlage richtig zu stellen, in dem man nur die "Passenden" Studien benennt? Oder den HTA Bericht mit der Schlussfolgerung: „Die Wirksamkeit der Homöopathie kann unter Berücksichtigung von internen und externen Validitätskriterien als belegt gelten, die professionelle, sachgerechte Anwendung als sicher“ (Effectiveness, Safety and Cost-Effectiveness of Homeopathy in General Practice – Summarized Health Technology Assessment; Forsch Komplementärmed 2006;13(suppl 2):19–29)einfach wegzulassen? In der Pressemitteilung fehlt übrigens jede Kritik an der Schulmedizin. Das Problem ist leider, dass die meisten Ärzte nichts von Wissenschaft verstehen, weil es nicht Teil der Ausbildung ist (ein Abiturdurchschnitt hilft da wenig), sonst hätten Sie vielleicht wissenschaftlicher an Ihrem Buch gearbeitet und Ihre Kollegen würden etwas von Studien verstehen. Aber ich höre jetzt auch auf, meine Energie zu verschwenden - Schon Hufeland sah die Gefahr, dass der Materialismus zum größten Dogma werden könnte. Sie scheinen diesem Ziel nahe zu sein.

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    5. Lieber Michael. Ich weiß nicht genau, was Sie wollen. Eine ernsthafte Diskussion? Nur bisschen pöbeln? Recht haben?
      Sollte es die ernsthafte Diskussion sein, dann wäre es toll, wenn Sie keine Suggestivfragen stellten. Sonst hat das ganze so einen Touch, der mich zweifeln lässt, dass eine Diskussion gewünscht ist.

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    6. Das verstehe ich, Entschuldigung. Dennoch würde ich mich über die Beantwortung der Frage nach den Studien und dem HTA Bericht freuen.
      Heute morgen ist mir eingefallen, was der fundamentale Denkfehler der Homöopathen wie der Hmöopathiekritiker ist. Der Fehler der homöopathischen Bewegung war für mich schon immer, von der (Natur)Wissenschaft anerkannt werden zu wollen. Das ist völlig unnötig, um als Medizin anerkannt zu sein. Medizin kommt aus der Tradition des geistartigen, kultischen, religiösen und war nie anders bis zur Aufklärung. Hahnemanns Lebenskraft und Steiners Ätherleib, Astralleib und ich sind die letzten neu entwickelten modernen Bezüge auf die Geistartigkeit unserer menschlichen Exístenz und ihr Einsatz in der Medizin. Die Schulmedizin ist eine materialistische Medizinform, die den Menschen seiner Seele, seiner Geistartigkeit oder nennen wir es Göttlichkeit entkleidet. Die moderne Medizin nimmt für sich in Anspruch, die einzig wahre Medizin zu sein, genau weil sie komplett materialistisch ist. Stattdessen müsste sie sich eigentlich materialistische oder atheistische Medizin nennen. Im Grunde wagt es keine Naturwissenschaft aus ihrer Prämisse des Materialismus heraus, spirituelle oder geistartige Annahmen zu kritisieren oder gar auszuschließen. Mir ist kein Physiker bekannt, der Gott ausschließen würde, weil er bisher immer noch nicht gefunden wurde und seine Existenz physikalisch unmöglich sei. Die meisten Wissenschaftler gerade Physiker sind eher demütig, weil sie merken, dass Materie gar nicht so einfach zu fassen ist und weil sie sich ihrer Begrenztheit der Wissenschaft bewusst sind. Die Schulmedizin stellt eine große Ausnahme dar. Vielleicht weil sie keine wirkliche Wissenschaft ist. Weil sie daher ihre Ausdehnung und Begrenztheit nicht genügend reflektiert. Sie bewegen sich mit Ihrer Kritik schlicht und ergreifend außerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches. Bei all ihrer Kritik müssen sie eigentlich voranstellen: „Unsere Kritik tätigen wir aus der Perspektive des Materialismus, der weder Gott noch andere (bisher) nicht nachweisbare Phänomene einbezieht und gelten lässt. Alle Phänomene, die naturwissenschaftlich nicht erforscht sind und erforscht werden können, sind aus unserer Perspektive nicht existent.“ Das ist Ihre Haltung. Ich möchte nicht auf meine physikalisch nachweisbare Existenz reduziert werden, erst recht nicht von einem Arzt. Denn bei Medizin geht es auch immer um Sterben. Und das ist ein großes Problem der Schulmedizin, wo sie viele Menschen verliert. Der Schulmedizin und vor allem ihrer kleinen Gruppe reicht es nicht, ihr Tätigkeitsfeld auf den menschlichen Leib zu begrenzen (in dem sogar Gefühle und die Seele nur Teil von Gehirnparametern sind), sondern Sie wollen Alternativen ausmerzen oder erklären Menschen, die solche Alternativen, die sie nicht nur als physischen Körper betrachten, aufsuchen für närrisch erklären – was das gleiche ist. Ihre Besorgnis kann ich andererseits verstehen: wie kann man Scharlatanerie verhindern? Scharlatanerie ist für mich, die mangelnde Darstellung des eigenen Wissens, der eigenen Motive oder Glaubensgrundsätze, also wenn mir das blaue vom Himmel versprochen wird. Und da bin ich sofort bei Ihnen. Ehrlichkeit und Transparenz sind unzweifelhaft einzufordern – in jeder Therapieform. Auf welcher Annahme findet etwas statt. Die meisten Homöopathen sind diesbezüglich vorbildlich. Die Schulmediziner sagen mir nie, dass ihre Therapieform mich auf meinen Körper reduziert.

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    7. @Michael

      Gerne beantworte ich Ihre Frage zu den Studien, da kenne ich mich ganz gut aus.

      Sie haben diesen Hinweis auf "selektive Studienauswahl" vom DZVHÄ.

      Ich zitiere die entsprechende Passage einmal, damit eventuelle Mitleser verstehen, was ich gleich erkläre:

      "Ausgesprochen hilfreich ist in diesem Kontext die Arbeit von Prof. Robert G. Hahn mit dem Titel „Homeopathy: Meta-analysis of pooled clinical data“ (Band 20 ( 5), 2013; 376-381). (...) Er kommt zu dem Ergebnis, dass einige „Meta-Analysen zur Homöopathie negativ sind, weil 90 Prozent der Daten ausgeschlossen werden“.

      Auf diesen Essay von Hahn weist der DZVHÄ derzeit gerne hin, bezeichnet ihn mitunter sogar als "Meta-Analyse", obwohl er das gar nicht ist.

      Wichtig ist zur Beurteilung dieses "Argumentes", einmal zu betrachten, was denn der DZVHÄ hier weglässt.

      Hahn schreibt nämlich sehr wohl in seiner Arbeit "Studies of very poor quality and those that do not contain necessary data must always be excluded,..."

      Betrachten wir unter diesem Aspekt den Vorwurf an Frau Grams:

      "Die Meta-Analysen von Kleijnen (1991), Linde (1997), Cucherat (2000) und Mathie (2014), die allesamt positive Ergebnisse zur Wirksamkeit der Homöopathie liefern, sucht der Leser bei Grams dagegen vergeblich."

      Kleijnen (1991) schreibt (Übersetzung von mir):
      "Derzeit sind die aus klinischen Studien gewonnenen Belege positiv, aber nicht ausreichend, um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen, da die Methodik der meisten der Studien von geringer Qualität ist und der Einfluss des Publikationsbias nicht abgeschätzt werden kann."
      Kleijnen weist darauf hin, dass über 80% der Einzelstudien so schlechte Qualität haben, dass die Mängel der Methodik wahrscheinlich die erzielten Ergebnisse beeinflusst haben.

      Linde (1997)schreibt (Übersetzung von mir), "dass die Ergebnisse nicht mit der Hypothese im Einklang stehen, wonach sich die mit der Homöopathie erzeugten Effekte vollkomen auf die Wirkung als Placebo zurückführen lassen. Jedoch fanden wir in diesen Studien nur ungenügende Nachweise dafür, dass die Homöopathie in irgendeiner klinischen Situation deutlich wirksam gewesen wäre."

      Erwähnen sollte man hier, dass Homöopathen ausschließlich den ersten dieser beiden Sätze zitieren. Und das verzerrt eben sehr stark, was Linde im Ergebnis eigentlich sagen wollte. Tatsächlich hat Linde in einem Brief 2005 an die Fachzeitschrift Lancet geschrieben: "Unsere Meta-Analyse von 1997 wurde unglücklicherweise von Homöopathen als Beleg dafür missbraucht, dass die Wirksamkeit ihrer Therapie bewiesen sei. Wir stimmen zu, dass die Homöopathie höchst unplausibel ist, und dass die Belege aus placebokontrollierten Studien nicht überzeugend sind."

      ---------------- Fortsetzung folgt ----------

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    8. Linde (1999) belegt noch weniger eine Überlegenheit gegen Placebo als die von 1997. Im Gegenteil kommt Linde hier zu dem Ergebnis, dass je mehr man sich auf die methodisch hochwertigen Tests konzentriert, desto weniger positiv fällt das Gesamtergebnis für die Homöopathie aus.

      Cucherat (2000) fand man "einige Hinweise darauf, dass die Homöopathie wirksamer ist als reine Placebos, die Aussagekraft dieser Hinweise wegen methodischer Mängel jedoch nur gering ist."
      Man merkt: Das Bild wiederholt sich....

      Und Mathie 2014 in einem Atemzug zusammen mit Hahn zu nennen, ist ein Witz, der das vorgebrachte Argument ad absurdum führt:

      Mathie lässt von allen(!) betrachteten Studien zur Homöopathie (einige 100) gerade einmal 3 (ausgeschrieben: drei) als hochwertig stehen. Davon 2 Pilotstudien.

      Wer eine solche Arbeit ins Feld führt, der sollte anderen nicht vorwerfen, selektiv zu sein.

      Mehr ist dazu nicht zu sagen.

      Aber noch ein Hinweis zu einem anderen Punkt von Ihnen: Sie sind nicht auf dem neuesten Stand: Effectiveness, Safety and Cost-Effectiveness of Homeopathy in General Practice – Summarized Health Technology Assessment; Forsch Komplementärmed 2006 ist obsolet.

      http://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0134657

      Can Additional Homeopathic Treatment Save Costs? A Retrospective Cost-Analysis Based on 44500 Insured Persons, Witt/Ostermann/Reinhold

      " For all diagnoses, costs were higher in the homeopathy group than in the control group (...)
      Compared with usual care, additional homeopathic treatment was associated with significantly higher costs. These analyses did not confirm previously observed cost savings resulting from the use of homeopathy in the health care system."

      Dieselbe Claudia Witt - die wohl unverdächtig sein dürfte, eine Gegnerin der Homöopathie zu sein - schreibt 2015 in einem Interview für den Schweizer Tagesanzeiger

      ""die wichtige versorgungsrelevante Information ist: Es konnte nicht gezeigt werden, dass homöopathische Arzneimittel besser wirken als Placebo. (...) Wir haben in einer grossen Beobachtungsstudie die gesamte homöopathische Behandlung mit Arztgespräch und Diagnosestellung untersucht und bei chronisch kranken Patienten grosse ­Effekte gefunden. Bringe ich das zusammen mit der bereits geschilderten Evidenzlage, wird klar: Da muss was anderes wirken als die Arzneimittel. Die Homöopathie hat eine besondere Arzt-Patienten-Interaktion. Daraus könnte man interessante Anregungen für die Medizin insgesamt übernehmen. ""

      Das ist exakt das, was auch Nathalie Grams in ihrem Buch schreibt.

      Vielleicht sollten Sie sich nicht nur einseitig beim DZVHÄ informieren....

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    9. Vielen Dank für die Hinweise. Mir persönlich ist es egal, ob Placebo oder anderes wirkt. Das ist ja eine Prämisse, die von der Schulmedizin aufgestellt wird. Und genau Frau Witt hat Studien vorgelegt, die die Wirksamkeit homöopathischer Behandlungen darlegen - die Erfolge können nur nicht auf die homöopathischen Mittel als materielle Gaben zurückgeführt werden. Es gibt aber gar keinen Grund, den Erfolg einer Therapie auf eine materielle Begründung zurückzuführen. Und schon gar nicht gibt es einen Grund eine solche Therapie, deren Wirkung zumindest als Gesamtkonstrukt wirksamkeitsnachweise erbringt, als Pseudomedizin zu bezeichnen und verdrängen zu wollen. Im Gegenteil. Im Sinne einer ziemlich nebenwirkungsarmen Therapie sollte es das Ziel aller ethisch handelnen Mediziner sein, die Wirkung von homöopathischen Mitteln nicht anzuzweifeln, sondern als hoch wirksam darzustellen, damit eine Placebo-Wirkung verstärkt wird und noch mehr positive Effekte der Therapie zu erwarten sind. Was kann es besseres geben als eine wirksame Plaebo Therapie - außer, dass diese die immensen Eingriffe, die die Schulmedizin in Körpern vornimmt kritisch hinterfragt. Die Begrenzung auf die materielle Wirksamkeit, fußt auf Materialismus. Der ist für Medizin völlig unnötig, wenn nicht gar menschenverachtend. Ich stimme Ihnen zu, wenn wir bei einem schamanischen Ritual, den Tanz, die Musik, die Beschwörungen etc. hinwegnehmen und nur noch schauen, ob das Verbrennen von Vogelfedern oder Kräutern eine Wirkung haben, dann können wir vermutlich feststellen, dass dies nicht der Fall ist. so what? wen interessiert das? Nur die materiellen Dogmatiker, die eine Wirksamkeit der Arznei selbst, unabhängig von allen Umgebungsfaktoren fordern und alles andere niedermachen, sind daran interessiert. Der Beobachter beeinflusst immer das Experiment. Die Wirkung eines Medikaments unabhängig von der Behandlungsumgebung zu fordern ist absurd, da Medikamente immer in einem Setting gegeben werden und dies immer Wirkung hat. Also muss umgekehrt die Wirkung eines medikamentes zusammen mit dem Setting erforscht werden, damit sichergestellt wird, das ein Setting die Wirkung eines Medikamentes nicht negativ beeinflusst. Die in der Forschung vorgenommene Trennung ist vollkommen lebensfern.

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    10. Ich fürchte nicht, lieber Michael, dass man Dogmatiker sein muss um festzuhalten: Therapie unterteilt sich in Setting/Kontext und Wirkstoff. Dem stimmen doch alle zu. Nur schreiben die Homöopathen eben die Wirkung den Globuli (und einer Energie darinnen) zu und eben genau nicht dem Setting. Das ist falsch. Was wirkt ist das Setting, auch dazu gibt es bereits Studien (http://rheumatology.oxfordjournals.org/content/early/2010/11/08/rheumatology.keq234.abstract).

      Keiner möchte böswillig Globuli wegnehmen, Homöopathie verbieten oder Therapien lächerlich machen. Aber wissen was Homöopathie ist, das sollten vor allem die Therapeuten, die sie anwenden und die Patienten, die sich ihnen anvertrauen. Wir möchten gerne dazu beitragen, dass hier mehr Aufklärung geschieht - für eine bessere Medizin.

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    11. Liebe Frau Grams,

      das ist verkürzt. Das Setting und der Wirkstoff sind nicht zu trennen. Ihr Versuch der Trennung ist im Sinne der Quantentheorie längst widerlegt. Das ist ja das Vorgehen, der sogenannten Wissenschaft, dass sie versucht die Dinge in Einzelteile zu zerlegen und zu glauben, dass diese eine unabhängige Existenz hätten. Es ist vollkommen unklar, ob die Homöopathie nicht das Globuli braucht, um zu funktionieren, auch wenn das Globuli allein, keine Wirkung hat. Zur Studie - ich sehe nur den Abstract - ich sehe keinen Hinweis auf die Art der Homöopathie, die Nachverfolgungszeit war nur 6 Monate. Ich habe zehn Jahre Homöopathie gelernt und gelehrt und meine Ausbildung ist so viel umfassender gewesen, als das was Ärzte in Fortbildungen lernen. Liebe Frau Grams, ohne Ihnen als Unbekannte näher treten zu wollen - ich kenne die Fortbildungsmodule für Ärzte. Homöopathie ist eine hohe Kunst. Ich habe keine Ahnung, was die Leute in der Studie für Homöopathen waren. Das richtige homöopatische Mittel zu finden ist vielen nicht gegeben, dann wirkt halt nur das Setting, zumal in der Statistik – aber wow, was allein dieses setting bringt! Und ist es überhaupt denkbar dieses Setting in die Arztpraxis zu bringen? Der Homöopath beobachtet unvoreingenommen und hört zu, um die Resonanz des individuellen Patienten zu einem bestimmten homöopathischen Mittel herauszufinden. So ist Schulmedizin nicht aufgebaut, da gibt es nicht den individuellen Patienten, da gibt es nur Patientengruppen oder Symptome. Es ist nicht anzunehmen, dass ein so tun als ob, dass das Persönliche des Patienten, was er isst, was er liest, zu positiven Ergebnisse führen wird. Und welcher Arzt hält das durch? Der fragt doch nur seine relevanten Parameter ab – am besten Laborwerte. Das Setting ergibt nur Sinn im Zusammenhang mit dem Globuli.
      Außerdem: Aus meiner Praxis weiß ich, dass ich manchmal mit dem ersten Mittel daneben lag, seltsamerweise trotz des ganzen Settings, dass sich ja nicht geändert hat, hat ein anderes Mittel dann große Erfolge gebracht. Das ist nicht zu operationalisieren. In die Forschung nach neuen Medikamenten fließen weltweit jährlich billionen Euro. Ja, es gab einige Fortschritte (witzigerweise oft auf Zufall gründend), aber angesichts des Inputs nicht herausragend. die Erhöhung von Lebensdauer und Lebensqualität wird nur mit groben Rastern sehr gutwillig geschätzt. Der Sachverständigenrat hat der Medizin ca. 20 Prozent an der Lebenszeitverlängerung zugesprochen. Ich halte das für sehr optimistisch und der größte Teil dürfte zudem auf die Verringerung der Kindersterblichkeit zurückzuführen sein. Die Lebenserwartung eines Menschen in einem schlecht medizinisch versorgten Gebiet in Afrika, ab dem 60ten Lebensjahr unterscheidet sich kaum von der unsrigen. Das heißt, wenn Infektionskrankheiten ausgeblendet würden, dürfte die Medizin kaum einen Fortschritt gebracht haben. Die Schulmedizin ist nicht die Erfolgsgeschichte zu der sie gemacht wird.

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    12. Lieber Michael, vielleicht war ich mit dem Lob auf Sachlichkeit etwas voreilig, denn plötzlich geht es recht häufig ad personam. Aber egal, Sie müssen wissen, wie Sie argumentieren.
      "Wo ist denn Ihr Buch zur Schulmedizin, zum Versagen dieses Systems?" Sie braucht keines, da gibt es mehrere gute. Z.B. Ben Goldacre's Bad Pharma. Nur erwarten Sie wirklich von jedem Sachbuchautor Bücher zu beiden Seiten zu schreiben?
      "Das finde ich eine ungeheuerliche Bevormundung und ist ausgesprochen dogmatisch ja fast diktatorisch" Wie würden Sie es denn nennen, wenn eindeutig widerlegte Studien trotzdem als Positivbelege herangezogen werden? Konstruktiver Austausch? Eine alternative Sichtweise?
      "Stattdessen meinen diese sogenannten wissenschaftlichen Ärzte, sie müssten die freie Entscheidung von PatientInnen, von wem sie sich behandeln lassen, einschränken" Mitnichten! Nur sind wir der Ansicht, das die Patienten ein Recht haben, sich ein Urteil auf fundierten und überprüfbaren Informationen aufzubauen und nicht auf Propagandaphrasen und Dogmatismus.
      Genau darum reden leider viele Homöopathen die Kritiker oder auch die Medizin schlecht. Da sie selber nichts haben versuchen sie diejenigen, die etwas vorzuweisen haben (überprüfbar) klein zu machen, um von ihren eigenen Problemen abzulenken. Das ist teilweise durchaus nachvollziehbar.
      "Es täte Ihnen und Ihren seltsamen Ärzte- und Apothekerkollegen gut, sich eher zu fragen, warum PatientInnen zu Homöopathen gehen. was bekommen sie dort, was sie von Schulmedizinern (die sich doch immerhin im Schnitt 7 Minuten pro Patienten Zeit nehmen) nicht bekommen?" Und wieder ein ad personam, leider. Die Frage haben Sie allerdings selber schon beantwortet. Sie bekommen Zeit und Aufmerksamkeit. Und das gefällt.
      "aufnehmen, diskutieren und versuchen die Schulmedizin damit zu verbessern. " Genau DAS ist unsere Absicht.
      Sich einzugestehen, dass Ihr ehemaliger Job letztendlich nur der eigenen Bestätigung diente, aber letztendlich nur auf Irrtümern beruhte ist bestimmt schwer und tut weh. Dazu hat leider nicht jeder den Mut. Frau Grams hatte es. Und dafür gebührt ihr Respekt, nicht Kritik.
      Herzliche Grüße

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  5. @ Michael

    Studienhinweise wurden jetzt genug geliefert, dazu sage ich nichts mehr.

    Was für mich aber unverständlich ist und nicht nachzuvollziehen, warum Sie Frau Grams z. B. vorwerfen, dass sie nicht auch ein Buch zur Medizin geschrieben hatte. Was soll das denn bitte? Man kann doch einem Chemiker auch nicht vorwerfen, dass er nicht auch noch ein Buch zur Physik veröffentlicht! Frau Grams hatte einen guten Grund für ihr Buch und hätten Sie es gelesen, wäre diese sonderbare Diskussion hier obsolet. So aber hacken sie auf ihr rum, weil sie dies oder jenes nicht (!) gemacht hatte. Setzen Sie sich doch mal mit ihrem Buch auseinander und starten dann erneut eine Diskussion!

    Dass Sie die Mängel in der Medizin anprangern, ist verständlich und da wird Ihnen jeder Mensch mit etwas Grips beipflichten. Aber macht der Hinweis auf den einen Mangel den anderen denn besser? Macht es denn nicht Sinn, an irgend einer Stelle mal zu beginnen, Mängel anzuprangern und im besten Fall auszumerzen?

    Hier wird nun begonnen, Pseudomedizin ganz realistisch ohne rosarote Brille zu betrachten. Was ist schlecht daran? Was bemängeln Sie daran, dass ein Netzwerk gegründet wird, das mit längst überholten "Therapien" aufräumen und Menschen davor bewahren will, endlos in Placebotherapien zu verharren, währenddessen z. B. der Krebs weiter wütet im Körper?

    Es ist mit heutigem Wissen nicht mehr zulässig und sollte sogar strafrechtlich verfolgt werden, dass man Menschen mit falschen Heilsversprechen hinhält, sie emotional und finanziell ausbeutet, bis dann oft viel zu spät mit hilfreicher Medizin begonnen werden kann.

    Menschen sind unterschiedlich gepolt, aber den meisten ist gemein, dass sie gerne mehr Zeit beim Arzt hätten. Unser Gesundheitssystem gibt es leider nicht her und das ist ein enormer Nachteil. Aber trotz allem muss man festhalten, dass Medizin (Schulmedizin gibt es nicht) heilt, auch dann, wenn der Arzt nicht Händchen hält. Medizin rettet Leben, täglich und tausendfach! Die Kindersterblichkeit ist fast bei Null angekommen, Menschen werden heute sehr alt und das meist relativ gesund und schmerzfrei. All das sind die Errungenschaften der Medizin und ich persönlich bin unendlich dankbar dafür.

    Hahnemann war ein kluger Mann und hatte in seiner Zeit vielen Menschen das Leben gerettet. Einfach deshalb, weil er sie vor damaligen schädlichen Therapien bewahrt hatte. Heute allerdings, 200 Jahre später, bin ich mir fast sicher, würde er anders denken. Aber ewig Gestrige und Esoteriker halten krampfhaft daran fest, ignorieren 200 Jahre evidenzbasierter Medizin.

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    1. Diese ganze Verteidigung wirkt auf mich wie russisches Roulette. Schaun wir mal ob wir eine Kugel erwischen. Wird schon nicht passieren.
      "Niemand kann sagen, ob ich nicht auch ohne die Krebstherapie genauso lange überlebt hätte." Nein, Niemand kann sagen ob man nicht eventuell die eine Kugel erwischt. Aber warum es riskieren?

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  6. @Michael: Zwischenzeitlich ist viel gesagt worden, dem ich mich nur anschließen kann. Danke an die Kommentatorinnen:-)

    Ein Punkt ist mir jedoch darüber hinaus noch wichtig: Medizin entwickelt sich. Während sie früher Heiler- und Schamanentum umfasste und wenig Naturwissenschaft war, so ist dies heute anders. Das liegt vor allem daran, dass sich die Wissenschaft speziell die Wissenschaft der Natur (zu der der Mensch ja zählt), so enorm weiterentwickelt hat. Viele Prozesse im Körper sind heute ohne Übersinnliches erklärbar und auch beim Rest wissen wir, dass es nichts Unnatürliches sein kann. Manches erklärt sich durch die Verflechtung von Psyche und Somatik, aber nichts durch Geistartiges, wie Hahnemann das vor 200 Jahren noch dachte, da er Einzelheiten nicht kannte oder gar überprüfen konnte. Dies greife ich ausführlich im Buch auf, beschreibe Krankheit auf der körperlichen, emotionalen und geistigen Ebene und auch, was die normale Medizin da von der Homöopathie abgucken kann. Ich schalke sogar einen humanwissenschaftlichen Standpunkt vor, der mehr soziale und psychologische Aspekte in der Beurteilung des Menschen und seinem Krankheitsempfinden einschließt.

    Was ich aber nicht verstehe: Wir alle schätzen und nutzen den Fortschritt. Die Tatsache, dass Sie hier auf meinem Blog online kommentieren (können) zeigt dies unter vielen anderen Punkten auf. Warum also sollten wir bei der Medizin auf einem Stand vor 200 per mehr Jahren beharren, nur weil es früher mal anders war?

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  7. Liebe Frau Grams,

    das verstehen Sie ganz falsch. Gott und Geistartiges wird durch die moderne Wissenschaft nicht im geringsten angegriffen und kann es auch gar nicht. Aus der Prämisse sich nur auf materiell nachweisbares zu beziehen, nur solches zu untersuchen, nur entsprechende Methoden anzuwenden, kann schwerlich geschlossen werden, dass das andere nicht existiert. Ihr Satz "beim Rest wissen wir, dass es nichts Unnatürliches sein kann." ist daher falsch. Er ergibt sich allein aus der Prämisse - es kann nicht Unnatürliches sein, weil wir alles Unnatürliche als unrelevant für unsere Forschung betrachten. Das ist ein Zirkelschluss. Eine Null-Aussage. Sie sind sich Ihrer Prämissen nicht bewusst und verallgemeinern daher Ihre Aussagen. Diese gelten aber nur unter Ihrer Prämisse und sind teilweise mit dieser identisch. Wenn Sie traute haben, dann machen Sie doch eine ärztliche Bewegung gegen Religion, gegen den Glauben an Gott. Wer weiß wie viele Menschen lieber beten, als zum Arzt zu gehen. Diese Traute werden sie nicht haben, obwohl sie die gleichen Argumente benutzen können. "Alle Untersuchungen zeigen, dass es Gott nicht gibt und er auch für die Erklärung der Welt nicht benötigt wird" Ihr Blickwinkel ist nur einer von vielen möglichen. Diesen zum alleinigen zu erklären, ist unglaubliche Arroganz. Was aus Ihrem Blickwinkel falsch oder blödsinnig sein mag, ist aus einem weniger materiellen Blickwinkel sinnvoll. Hahnemann war weniger materialistisch als Sie. Er wagte es noch, seine Beobachtungen mit etwas Unsichtbaren zu erklären. Der Fortschritt besteht nicht darin, dass dieser Lebensgeist nun hinfällig sei. Das wissen weder Sie noch ich, sondern er besteht darin, das jegliche Erklärung, die in eine solche Richtung geht als unwissenschaftlich bezeichnet, verworfen und niedergemacht wird. Ich schätze den Fortschrit nur in Maßen, denn auch sie müssen erkennen, dass er ja nicht nur Gutes hervorbringt, sondern uns schlicht an den Rand einer globalen Katastrophe führt. Und gerade das dogmatische materielle Denken leistet dabei einen erheblichen Beitrag. Der Materialismus isoliert die Menschen unter anderem von der Natur. Völker, die noch eine Beziehung zur Mutter Erde hatten, wären kaum in der Lage gewesen, diese zu zerstören.

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    1. "Aus der Prämisse sich nur auf materiell nachweisbares zu beziehen, nur solches zu untersuchen, nur entsprechende Methoden anzuwenden, kann schwerlich geschlossen werden, dass das andere nicht existiert." Das macht auch niemand. Wenn allerdings eine Wirksamkeit nicht nachweisbar/beobachtbar ist ist es unsinnig nach einer Erklärung für eine Wirksamkeit zu suchen.

      Sie dürfen auch weiterhin behaupten, es könne Einhörner geben, jedoch ist es unsinnig, nach einem zu suchen, solange es dafür außer einer Idee nicht den geringsten Hinweis gibt. Wozu also die Mühe? Wegen einer Behauptung? Ach kommen Sie.

      Auch ist die Aussage nicht falsch. Denn bisher gibt es keinen Wirksamkeitsnachweis der Homöopathie, das sagen sogar die Hardliner, wie Ihnen ja nun bereits mehrfach schon mit Zitaten dargestellt wurde.

      Um diese endlose Strohmanndiskussion zu einem Ende zu bringen:

      1. Legen Sie einen gültigen Wirksamkeitsnachweis der Homöopathie vor. Einzelerfahrungen schließen alle anderen Erfahrungen aus und sind subjektiv.
      2. Erklären Sie, was Sie als Nachweis dafür anerkennen würden, dass die Homöopathie NICHT wirksamer ist als eine Placebo Therapie, wie sie sich in allen Studien, auch den methodisch korrekten der Homöopathen darstellt. (Münchner Kopfschmerzstudie)

      Denn auf den Placebo Effekt ist leider kein Verlass, und eine Therapieform auf Glück aufzubauen kann doch nicht wirklich Ihre Forderung sein.

      Wenn Sie nichts als Widerlegung der Homöopathie anerkennen erübrigt sich jede Diskussion und es ist plumpes Dagegenreden.

      Herzliche Grüße

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  8. Liebe Frau Frank,

    sehen Sie Frau Grams ist in erster Linie Ärztin, Medizinerin. Sie ist nun wieder schulmedizinisch tätig, daher verstehe ich Ihr Beispiel von Chemiker und Physik nicht. Dieses schulmedizinische System, dass Sie so verteidigen, hat solch arge Probleme, dass es wirklich besser wäre, sich dem zu widmen, als sich auf eine andere Therapie die Homöopatie zu stürzen. Sie können davon ausgehen, dass Sie so erhebliche höhere Ressourcen für Lebensqualität und Lebensdauer bergen würden, als wenn sie sich mit dem verdammen der Homöopathie beschäftigen. Das sollte in Ihrem Sinne des Handelns für die Menschen sein, oder? Aber vor diesem Gegenwind haben Sie vermutlich Angst.
    Und Sie meinen also, dass Menschen von Homöopathe abgehalten werden eine Krebstherapie zu beginnen? Woher nehmen Sie solche Aussagen? Ja, es mag Scharlatane geben - hüben wie drüben übrigens – aber wenn ein Patient sich für eine bestimmte Therapie entscheidet, ist das immer noch sein freier Wille, auch wenn der Ihnen nicht schmeckt.
    Ich persönlich würde mich nie für eine Krebstherapie entscheiden. Für die meisten Therapien fehlt es an entsprechender Evidenz, die angemessene Endpunkte berücksichtigt – Lebenszeit und Lebensqualität. Zudem habe ich im Gegensatz zu Ihnen den Vorteil über eine unsterbliche Seele zu verfügen. Wenn die Schulmedizin weniger atheistisch wäre und den Tod, das Sterben und den Sinn des Lebens mit einbeziehen würde, könnte sie menschlicher sein und bräuchte nicht ihre dogmatischen Mauern. Und überhaupt worüber sprechen wir eigentlich, wenn wir nach Ihrem Verständnis von einem Menschen sprechen? Von einem wandelnden biochemischen, neuronalen System, dass im Grunde nicht von einem klugen Roboter zu unterscheiden ist? Das, was meiner Meinung nach den Menschen ausmacht, klammert Ihre Medizin aus. Das Unsichtbare. Und Sie wollen Menschen behandeln?

    Dass Sie den Begriff Pseudomedizin verwenden zeigt, dass Sie offensichtlich vorhaben, Ihre Dogmen allgemeingültig zu machen. Medizin kommt von Heilkunst. Es gab schon Volksmedizin bevor es auch nur Überlegungen zu so etwas wie Materialismus gab. Nun kommen also die materialistischen Mediziner als letztes hinzu und meinen, alles müsse nach ihrer Pfeife tanzen. Das ist zwar Zeitgeist, aber arrogant bleibt es.

    Und Ihre völlig aus der Luft gegriffene Einordnung des Wirkens Hahnemanns entbehrt jeder Wissenschafltlichkeit, an die sie sich doch halten wollen, sondern passt ganz gut in Ihr Schema, der überholten Therapie.

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    1. Lieber Michael,

      nun wird sich meine sterbliche Seele doch noch eine Antwort abringen. ;)

      Frau Grams hatte das Buch geschrieben, als sie noch beides war. Und Homöopathie kann man mit Medizin in etwa so vergleichen wie Chemie mit Physik. Es gibt Schnittstellen, mehr aber auch nicht. Daher erachte ich den Vergleich nach wie vor als passend.

      Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie nie an Krebs erkranken. Sollte es doch mal geschehen und sie verweigern sich der Medizin, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder sie gehören zu den wenigen Menschen, die eine Spontanheilung erleben, oder Sie sterben. Dazwischen gibt es nichts und dass sie sterben ohne Therapie, ist sehr wahrscheinlich. Es gibt übrigens genug Berichte krebskranker Menschen, die sich der Medizin verweigern und sterben. Das ist tragisch, aber die Entscheidung liegt bei jedem selbst. Unfassbar traurig macht es mich aber, wenn Eltern krebskranker Kinder auch nur auf die Natur (Homöopathie) vertrauen und die Kinder dem sicheren Tod ausliefern. Man kennt doch die Geschichten von Eltern, die sich sogar ins Ausland absetzen, um ihr Kind nicht einer Chemotherapie aussetzen zu müssen.

      Der Vorteil der Medizin ist, dass sie keinen Glauben benötigt. Sie wirkt bei Atheisten und sie wirkt bei gläubigen Menschen. Placebo verbessert die Sache, aber es geht auch ohne.

      "Materialistischer Mediziner", interessante Wortschöpfung. Haben sie sich übrigens schon mal überlegt, dass Mediziner Menschen retten möchten und zwar nicht aus Arroganz und Überheblichkeit, sondern aus Berufung? Aus Freude am Arbeiten mit Menschen, aus Freude, helfen und heilen zu können? Wenn man ihre Argumente so liest, bekommt man den Eindruck, sie halten Mediziner für eine ganz absonderliche Menschenrasse, die nur das Böse will und tut und völlig verblendet ist.

      Die Tatsache, dass die Medizin dem Menschen zu wenig zuhört, ihn zu wenig als Ganzes wahrnimmt, hatten wir schon oft genug erörtert. Dies ist ein großer Mangel, hier muss dringend einiges verbessert werden.

      PS: Ich berate nur, behandle nicht, wenn Ihnen das eine Erleichterung ist. ;)

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  9. Ach Frau Grams,

    es geht nicht darum, dass es früher mal anders war. Es ist mit den Jahrtausenden eine Veränderung des Blickwinkels auf Natur eingetreten. Das bedeutet nicht, dass sich Natur - und der Mensch gehört dazu - verändert hat. Nur sind bestimmt Faktoren - die Materie - in den Fokus geraten und andere Aspekte - wie der Geist - sind aus dem Fokus geraten. Der Fokus hat sich geändert und damit das Bild, das man sieht. Dass Bilder aus früheren Blickwinkeln absurd erscheinen mögen hat viel mit der Änderung dieses Blickwinkels zu tun. Den Blickwinkel zu weiten, mehr in den Fokus zu nehmen, müsste bedeuten, andere Sichtweisen anzuerkennen und zu versuchen von ihnen zu profitieren. Es gibt Bereiche, in denen ich Materialismus schätze und es gibt welche, wo er mir den Blick versperrt. denke ich z.B. an den Sinn meines Lebens, hat mir der Materialismus nichts zu geben. Und für mich persönlich ist das eine der zentralen Fragen meines Lebens.

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  10. @Michael,

    zum Materialismusvorwurf - sorry, das ist Unsinn.

    "Aus der Prämisse sich nur auf materiell nachweisbares zu beziehen, nur solches zu untersuchen, nur entsprechende Methoden anzuwenden, kann schwerlich geschlossen werden, dass das andere nicht existiert. Ihr Satz "beim Rest wissen wir, dass es nichts Unnatürliches sein kann." ist daher falsch."

    Hier geht es um Homöopathie.
    In Studien vergleicht man die Erfahrungen zweier Patientengruppen. Und zwar ganz unabhängig davon, "wie" ein Verfahren funktioniert.

    Würde also die Homöopathie über göttlichen, dämonischen oder sonstwie übernatürlichen Einfluss funktionieren - so WÜRDE sie funktionieren.
    In diesem Falle wäre aber die Gesamtstudienlage eine andere.

    Tatsächlich hat die Homöopathie für kein einziges Anwendungsgebiet nachweisen können, dass Homöopathika besser sind als Placebo, wie diese Meta-Analyse, die der DZVHÄ übrigens auch unterschlägt, nachweist:

    http://www.theguardian.com/lifeandstyle/2015/mar/11/homeopathy-not-effective-for-treating-any-condition-australian-report-finds

    These claims have been widely disproven by multiple studies, but the National Health and Medical Research Council (NHMRC) has for the first time thoroughly reviewed 225 research papers on homeopathy to come up with its position statement, released on Wednesday.

    “Based on the assessment of the evidence of effectiveness of homeopathy, NHMRC concludes that there are no health conditions for which there is reliable evidence that homeopathy is effective,” the report concluded."

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  11. @Michael,

    "Dieses schulmedizinische System, dass Sie so verteidigen, hat solch arge Probleme, dass es wirklich besser wäre, sich dem zu widmen, als sich auf eine andere Therapie die Homöopatie zu stürzen."

    Dieses "Argument habe ich zum Beispiel nie verstanden.

    Warum soll man berechtigte Kritik zurückhalten, nur, weil es anderswo auch Probleme gibt?
    Das würde zwangsweise den Status Quo überall festnageln, denn wäre dieser Einwand sinnvoll, könnte man ihn gegen jede vorgebrachte Kritik einsetzen.

    Es ist doch viel besser, die Baustellen anzugehen, die man erreichen und angehen kann.

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  12. @Michael,

    "Ihr Versuch der Trennung ist im Sinne der Quantentheorie längst widerlegt."

    Das ewige Missbrauchen der Quantentheorie zur Verteidigung der Homöopathie, das ist so eine Sache, die mich als Physiker bei Homöopathen immer besonders nervt.

    Tatsächlich gibt es in der Quantenphysik so einige sehr grundlegende Erkenntnisse, die der gezielten Wirksamkeit von Stoffen in ihrer kompletten Abwesenheit wie in den Homöopathika sehr deutlich widersprechen.

    Mehrere Physiker haben unabhängig voneinander darauf hingewiesen, dass eine gezielte Wirksamkeit homöopathischer Globuli mit den seit Hahnemann angefallenen Kenntnissen der Physik und der anderen Naturwissenschaften heute NICHT MEHR(!) vereinbar sind.

    Um ein paar Beispiele zu nennen:

    Fangen wir bei Harald Lesch an. Der ist ja recht bekannt. Der hat mal zur Homöopathie in einem Vortrag recht humorvoll gesagt:

    "Entweder hat diese Flasche (auf das Globulifläschchen deutend) recht, oder diese (auf sich deutend)...

    Und hier der Vortrag, nur die ersten 5 Minuten, danach geht es wieder um was Anderes.

    https://www.youtube.com/watch?v=J_jBnLw6_h4

    ……….

    Auch andere Naturwissenschaftler treffen übereinstimmend diese Aussage, z.B.

    www.publications.parliament.uk/pa/cm200910/cmselect/cmsctech/45/4504.htm#a14

    "Professor David Colquhoun, Professor of Pharmacology at UCL, put it: "If homeopathy worked the whole of chemistry and physics would have to be overturned"."

    ……

    Oder hier, ein Text aus der "Naturwissenschaftlichen Rundschau"

    http://www.naturwissenschaftliche-rundschau.de/navigation/dokumente/Stichwort0806.pdf

    "Wissenschaftlich gesehen vertritt die Homöopathie unhaltbare Ideen, ..."

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  13. @ Michael

    "Homöopathie ist eine hohe Kunst. Ich habe keine Ahnung, was die Leute in der Studie für Homöopathen waren. Das richtige homöopatische Mittel zu finden ist vielen nicht gegeben, ..."

    Auch das ist ein höchst hinfälliger Versuch, die Homöopathie gegen Kritik immun zu machen.

    1) Eine Studie wie die von Frau Grams verlnkte, zeigt ja, was beim Patienten netto unten an Effekt ankommt. Wenn 99,99% der Homöopathen Dilettanten sind und nur deshalb keine Wirksamkeiten über Placebo erzielen, dann ist das deshalb für den Patienten immer noch die korrekte und wichtige Information über eine homöopathische Behandlung.

    2) Ist die Zahl der Dilettanten geringer, so ist es unverständlich, warum die Homöopathen immer nur "ihre inkompetenten Kollegen" zu Studien schicken...

    3) Wobei man natürlich sagen muss: Mitunter führen diese angeblich unerfahrenen oder inkompetenten Kollegen seit Jahrzehnten erfolgreiche homöopathische Praxen. Wie zum Beispiel in der bekannten Münchner Kopfschmerzstudie.
    Die Homöopathen waren maßgeblich am Studiendesign beteiligt. Trotzdem schnitten die Gruppen gleich ab - mit leichten, nicht signifikanten Vorteilen in der Placebogruppe.
    "There was no significant difference in any parameter between homeopathy and placebo. "
    http://cep.sagepub.com/content/17/2/119.short

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  14. Wie so alles im Leben, gibt es immer 2 Seiten einer Medaille. Wieso sollte es sich im Falle der Homöopathie anders verhalten? Worum geht es hier eigentlich? Um's recht haben oder um das Wohl des Patienten? Wenn der Patient von der Wirkung eines (homöopathischen) Mittels, und sei es nur Placebo, überzeugt ist und dadurch Linderung oder sogar Heilung erfährt, was spricht dagegen?
    UM WAS GEHT ES IHNEN? Um Ruhm, Ehre und Anerkennung oder darum, den Patienten auf SEINEM Heilungsweg zu unterstützen, d.h., was für IHN richtig und stimmig ist und nicht, was SIE als richtig erachten...??

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  15. Leider bin ich erst jetzt auf die spannende und amüsante Diskussion gestoßen. Als Unbeteiligter in der Außenperspektive finde ich die Wandlung der Argumentation sehr spannend. Zunächst wird von @Michael die vermeintlich fehlende Beweisbarkeit der Nicht-Wirksamkeit homöopathischer Mittel propagiert, was sich schlagartig ändert sobald eine offensichtlicherweise fundierte Auseinandersetzung mit den zitierten Studien erfolgt. Infolgedessen wird nun primär mit dem Wirkkontext argumentiert, die Quantenphysik bemüht und zu guter Letzt - hinreichend bekannt aus der aktuellen politischen Meinungsbildung - die Amoralität des Materialismus diagnostiziert.

    Spannend in solchen Kontexten ist es meist sich mit dem Konzept der kognitiven Dissonanz auseinanderzusetzen. Das hat zwar wenig mit Homöopathie zu tun, zeigt aber recht deutlich auf wie schwer sich der menschliche Geist tut mühsam erarbeitete Überzeugungen zu revidieren - trotz hinreichender Beweise für die Obsoleszenz selbiger Überzeugungen. Die Bandbreite reicht da von Wikipedia bis hin zu spannenden Harvard-Publikation über politische Meinungsbildung & Wählerverhalten.

    Aufgrund meines eigenen wissenschaftlichen Arbeitens kenne ich es nur zu gut, dass die Literaturrecherche eine Menge an -subjektiv wahrgenommenen- Hinweisen zur eigenen Hypothese gibt, woraus sich ein Bias/selbstverstärkende Effekte/selektive Perspektive ergibt/ergeben. Nach einer belastbaren Analyse muss man feststellen, dass das Ganze nun doch keinen Zusammenhang hat, oder zumindest keinen signifikant Messbaren. Das ist zu gut Deutsch "kacke", sehr desillusionierend und schürt Selbstzweifel.
    - Fortsetzung folgt -

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  16. Um den Kontext meines Beitrags zu klären:

    Ich bin durch die aktuelle Twitter-Debatte auf diese Seite gestoßen und bin bis heute unentschieden, was ich als stimmig oder nicht anerkennen soll. Aus meinem Betätigungsfeld der Wirtschaftswissenschaften kenne ich das Dogmatisieren und apodiktische Proklamieren von vorhandenen Lehrmeinungen und Antipathien gegenüber anderen Disziplinen wie z.B. der Soziologie sehr gut und bin immer wieder erschreckt, wie weit derartiges Emotionalisieren Akademiker und Wissenschaftlicher beeinflussen&dogmatisieren kann. Auch aktuelle Diskussion um die wissenschaftliche Evidenz von Cholesterin und der fraglichen Notwendigkeit bestimmter Medikamente (einen populärwissenschaftlichen Zugang ermöglicht eine kürzlich ausgestrahlte arte-Dokumentation) bleiben mir nicht verborgen.

    Auf der anderen Seite habe ich am eigenen Körper erlebt wie "beeindruckend" z.B. basische Fußbäder sein können, insbesondere nach eingehender sensorischer Prüfung des Restwassers und welch wundervolle Effekte man glaubt im eigenen Organismus durch die ausgeschwemmten Giftstoffe&Schwermetalle zu spüren. (Zur Erklärung: Sogenannte basische Fußbäder sind simple Fußbäder mit salzigem Wasser in Kombination mit schwachem Strom der durch den Körper fließt, während im Laufe der 30-minütigen Behandlung das Wasser eine rost-ähnliche Farbe annimmt und stark metallisch riecht. Da lt. Chinesischer Medizin die Fußsohle die dritte Niere des Körpers ist, werden lt. den Entwicklern selbiger Technik Giftstoffe/Schwermetalle durch die elektrolytische Reaktion in das Wasser abgegeben).

    Trotz der wundervollen Effekte erinnert man sich an den Geruch bei der Betriebsbesichtigung eines Galvanisierungsbetriebes in der 7. Klasse und besinnt des Kathoden-Anoden-Schematas bei der Elektrolyse: Nach kurzer Recherche wird einem klar, dass das Ganze lediglich ein umgekehrter Beschichtungsprozess ist, weshalb auch die Sonde, welche im Fußbecken liegt nach einigen Behandlungen ausgetauscht werden muss, da die Legierung/Beschichtung durch den Strom im Wasser gelöst wird. Daher auch die metallisch aussehende und riechende Brühe.

    Spannend hier ist wie sich die Logik der Homöopathen hier wiederholt: Der mehrfache Anwender dieses "höchst-effektiven" Fußbades fragt sich nach der - sagen wir - 10. Anwendung wieso das Wasser immer noch genauso schmutzig ist, wie bei der ersten Anwendung. Auch in der Alternativmedizin sollte die Logik sein, dass nach mehrfacher Behandlung eine Besserung eintritt - ergo bei einem reinigenden Fußbad eine zunehmende Abnahme der ausgeleiteten Giftstoffe/Schwermetalle. Die simple Logik ähnlich wie in der Homöopathie (No.4 der möglichen Scheiterungsgründe unter https://homoeotology.com/2015/12/11/5/): die Konstanz der Menge der „ausgeschwemmten Giftstoffe“ ist nicht mit endogenen Faktoren – also einer eventuellen Sinnlosigkeit/fehlender Evidenz der Behandlung zu begründen – sondern mit exogenen Faktoren wie z.B. kontinuierliches Fehlverhalten d. Patienten oder die immense, gleichbleibende Belastung von „Umweltgiften“. Die andere Variante wäre natürlich einhergehend mit dem Behnadlungsfortschritt zunehmen abgenutzte Sonden zu verwenden, wodurch eine geringe Menge an Metallen&Legierungsstoffen an das Wasser abgegeben wird – über da wären wir ja plötzlich auf der Stufe des zuvor bemühten amoralischen Materialisten, der lediglich um des eigenen Wohlstandes bemüht ist.

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